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Fahrberichte & Tests
 
Ford Focus C-Max, Front Innenraum

Focus Maximus

Die moderne Kompaktklasse heißt Kompaktvan. Flexibler und daher vielseitiger lassen sich die Vertreter jener Spezies einsetzen. Obendrein gibt es ein prächtiges Raumgefühl, das kaum eine konventionelle Limousine bietet. Der Focus C-Max ist genau so ein Kandidat. Autotipp.

Sie werden es kaum glauben: Der C-Max ist einen ganzen Zentimeter kürzer als die Schrägheckversion des Focus, und gar runde 15 cm mehr misst der gleichnamige Kombi oder die Stufenhecklimousine. Schmaler ist der C-Max getaufte Van außerdem – wirklich beeindruckend.
Doch bei der Höhe schlägt seine Stunde, ist er dem Firmament doch gut 60 Millimeter näher als seine Modellbrüder. Und dieser Umstand ist letztlich ausschlaggebend für das Raumgefühl, das vor allem vorn reisende Passagiere genießen dürfen. Während die Formalia den Kölner als klassische untere Mittelklasse ausweisen, bekommt der Kunde gefühlte Mittelklasse – und damit einen durchaus attraktiven Mehrwert.
Optisches Täuschen gehört übrigens auch zu seinen Qualitäten: Der C-Max mutet der äußerlichen Erscheinung nach eine Nummer größer an als er wirklich ist. Bei der Handschrift herrscht indessen (fast) Gleichstand mit den übrigen Varianten. Das Grundlayout bekundet demnach nahe Verwandtschaft; Abweichungen gibt es naturgemäß, jedoch nur im Detail-Bereich. Ausgeprägte, konturierende Radhäuser trägt der Kompaktvan gleichermaßen, was ihm zusammen mit den funkelnden, spitz zulaufenden Klarglasscheinwerfern eine gute Portion Dynamik verleiht.

Ford Focus C-Max, Seitenansicht
 
Schlichte Eleganz prägt den C-Max
 

Innen steht dagegen vor allem Flexibilität auf dem Programm – obwohl das Möbelsystem in diesem Fall keinen Image-trächtigen Namen besitzt, welcher dem Interessenten die Sitzanlage schmackhaft machen soll. Hinten gibt es serienmäßig drei Einzelsitze; jene lassen sich einzeln um- oder hochklappen – falls sie einmal stören sollten, lassen sie sich mit etwas Geschick kurzerhand entfernen.
Auf Wunsch gibt es dann doch einen Namen für das Gestühl, ab der Ausstattungslinie Trend heißt es schlicht "Komfort". Damit erhält König Kunde die Möglichkeit, den mittleren Sitz nach hinten wegzuklappen sowie eine Verschiebe-Funktion für die beiden übrig gebliebenen Sessel. Ausgesprochen komfortabel reisen zwei hinten verweilende Personen aber generell. Dafür zeichnet vor allem großzügig bemessene Bein- und Kopffreiheit verantwortlich. In der Praxis punkten vor allem Eigenschaften wie eine hohe Ladekapazität, die mit 1.620 Litern sogar jene des Turniers übertrifft, oder zahlreiche, im gesamten Fahrzeug verteilte Ablagen für Kleinkram. Wer häufig mit vielen Passagieren längere Strecken zurücklegt, wird solche Nettigkeiten mehr schätzen als noch so ausgeklügelter Sitz-High-Tech.

Die Stühle selbst präsentieren sich straff und sauber konturiert. So viel Querbeschleunigung kann der C-Max-Fahrer kaum provozieren, dass der Seitenhalt für Alltagszwecke nicht ausreichen würde. Doch darüber dürfte sich die Hauptklientel wohl kaum Gedanken machen, eher schon über gemütliche Plätzchen im Innenraum – solche kann der Ford zweifellos bieten; das lässt ihn gemeinsam mit der ordentlich geschnittenen Fahrgastzelle zum angenehmen Tourer für Fernziele avancieren.
Und während einer ausgedehnten Reise fällt der Blick auf die hochwertig anmutende Materialverarbeitung. Jene Solidität ist seit geraumer Zeit bei allen Mitgliedern der Ford-Familie kein Thema mehr – da muss der Hersteller aus Köln auch Vergleiche mit den Wolfsburgern nicht mehr scheuen, denen man in dieser Disziplin immer Marktführerschaft unterstellt hat.
Einen schlichten und aufgeräumten Eindruck hinterlässt denn die Innenarchitektur, was das Zurechtkommen mit dem Kompaktvan beschleunigt. Von der übersichtlichen Sorte ist das Instrumentarium – also auch dort ist im wahren Sinne des Wortes alles klar.

Antriebsseitig steht hier ein 2,0-Liter Common-Rail-Diesel zur Diskussion. Jenes Ford-PSA-Kind geht hurtig zur Sache und bleibt dabei sowohl kultiviert als auch sparsam. Allein die winzige Anfahrschwäche erinnert daran, dass es keine perfekten Dinge gibt. Wer den Selbstzünder brav an der 2.000er-Marke des Drehzahlmessers hält, hat sozusagen das Gefühl, stets aus den Vollen greifen zu können.
Dabei wird der Wagenlenker von einem leichtgängigen Sechsgang-Getriebe unterstützt, das knackig einrastet. Hinzu gesellt sich eine elektrische Servolenkung, deren Abstimmung den Ingenieuren besser kaum hätte gelingen können. Leichtgängig genug, um rangierintensiven Stadtverkehr zu meistern, aber doch mit dem richtig dosierten Maß an Direktheit lässt sie den Ford durchaus schwungvoll durch Kurven zirkeln. Wobei das Adverb schwungvoll freilich in seiner Relation gesehen werden muss, denn ein Sportler ist der Kompakte Van keineswegs. Das Fahrwerk ist recht weich abgestimmt; so erreicht das Allround-Talent in Verbindung mit dem hohen Schwerpunkt ordentliche Neigungsraten in schnellen Biegungen.

Ford Focus C-Max, Multimedia, Display, DVD-System
 
Multimedia-Technik gibts auf Wunsch
 

Preislich liegt es knapp über dem Segment-Bruder der konventionellen Kompaktklasse. Mit dem starken Diesel läuft allerdings nichts unter 24.100 Euro. Dafür kann sich die Ausstattung sehen lassen: ABS, Front-, Seiten-, und Kopfairbags vorn wie hinten, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, Bordcomputer, elektrische Fensterheber vorn, elektronisches Stabilitätsprogramm, Klimaanlage sowie Fernbedienung mit Funkfernbedienung sind serienmäßig an Bord.
Sogar die derzeit wohl prominenteste Position, den Partikelfilter, liefert Ford frei Haus. Ansonsten bietet die Sonderausstattungsliste alles lebensverschönernde vom elektrisch verstellbaren Fahrersitz (ab 150 Euro) über DVD-Navigationssystem (ab 2.875 Euro) oder Parksensor (ab 390 Euro) bis hin zu Standheizung (950 Euro) sowie Bi-Xenonlicht (ab 840 Euro). Im Dunkeln bleibt allerdings, warum ausgerechnet die bei Vielfahrern beliebte Dieselversion weder für Geld noch gute Worte mit einem automatischen Getriebe zu haben ist.

Fazit: Der Ford Focus C-Max ist ein attraktiver Kompaktvan zum fairen Preis. Besonders ins Auge fällt die Verarbeitungsqualität, welche zuletzt in verblüffender Weise zugelegt hat. Insbesondere mit dem kräftigen 2,0-Liter-Diesel wird aus dem Kölner ein vorzügliches Langstreckenfahrzeug, das sowohl bei Berufsvielfahrern als auch in der Freizeit eine hervorragende Figur abgibt.

 



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