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die Punto-Front wirklich dem alten Polo? |
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Punkt für Punkt
Es ist
soweit: Der seit 1993 erfolgreich am Markt platzierte Kleinwagen
mit dem simplen Namen erstrahlt in neuem Glanze. Bei dieser
Gelegenheit vermittelt der runderneuerte Punto eine bunte
Palette verschiedener Botschaften. Ein bisschen Europäisierung
hier, etwas Fortschritt im Bereich Komfort und Sicherheit
dort und nicht zuletzt der ungebrochene Wille, der Konkurrenz
zu zeigen, was Sache ist.
Zugegeben, Fiat Auto
hat schon bessere Zeiten erlebt. Schreckensmeldungen über
die elende Finanzlage, Gerangel um die Führungsfrage
sowie Übernahme-Gerüchte plagen das Unternehmen
seit geraumer Zeit. Und das in Zeiten der allgemeinen wirtschaftlichen
Verstimmung. Wenn die Leute um ihren Arbeitsplatz bangen,
reagieren sie mit Kaufzurückhaltung - das bekommt auch
der Automarkt zu spüren. Stagnierende Absatzentwicklungen
sind das Thema, von dem alle sprechen. Die Händler, die
Konzerne, allen voran aber die Medien.
Einen gänzlich anderen Eindruck gewinnt man hingegen,
beobachtet man die Machenschaften des gewaltigen Fiat-Konzerns.
Da bietet sich ein Neuheiten-Szenario dar, wie man es selten
erlebt. Sowohl die edle Tochter Lancia als auch der kernige
Ableger Alfa-Romeo, aber auch die Marke Fiat selbst werden
in der nächsten Zeit für eine förmliche Modell-Flut
sorgen.
Und diese wird es nicht nur quantitativ in sich haben. Als
Vorgeschmack darauf, dass man es ernst meint, darf durchaus
der Stilo herhalten, der hinsichtlich Ausstattung und Preis-Leistung
Maßstäbe in der Kompaktklasse gesetzt hat - obwohl
es niemand so richtig wahrhaben wollte.
Jetzt gehts also weiter: Der Punto findet endlich seine nötige
Anpassung an die Zeit, die ihm mehr Sicherheit und Komfort
beschert. Nun dürfen auch Fiats Kleinwagen-Kunden etwas
sicherer um die Ecken preschen und als Zugabe sorgenfrei am
Berg anfahren - ohne den alten Großvatertrick mit der
Handbremse anwenden zu müssen. In Verbindung mit dem
Stabilitätsprogramm nämlich hält der Bremskraftverstärker
den Bremsdruck nach dem Loslassen des Pedals für Sekundenlänge
aufrecht, so dass man in Ruhe anfahren kann. Einziges Defizit:
Beides ist nicht zu haben, sofern der 1,2-Liter Otto für
Bewegung sorgt.
Der Rest der üblichen Sicherheitsausrüstung ist
natürlich auch an Bord eines jeden Punto: Antiblockiersystem,
vier Airbags sowie Gurtstraffer. Gegen Aufpreis lässt
sich die Anzahl der Luftsäcke gar auf sechs erhöhen.
Was sich komforttechnisch getan hat,
ist ebenfalls nicht verachtenswert. Da findet sich eine Zweizonen-Klimaautomatik,
da schaltet ein Sensor die Scheibenwischer automatisch ein,
da schützt die Einparkhilfe vor plötzlich auftretenden
Mauern und schlussendlich sorgt der Tempomat für eine
Bein-schonende Langstreckennutzung.
Auch die interessantesten Neuerungen befinden sich unter dem
Blech. Namentlich sind dies Euro 4-Abgasnorm gerecht werdende
Benziner, und im Reich des guten, alten Rudolf Diesel kommt
nun jene Kunst zum Einsatz, die schon beim Alfa 147 für
Furore sorgte - die Rede ist vom Multijet.
Wenn all die zuvor beschriebenen Maßnahmen Töne
höchsten Lobes hervorzubringen halfen, muss sich Fiat
angesichts des aufgefrischten Außendesigns Kritikern
gegenüber rechtfertigen.
Dabei ist der Punto mitnichten häßlicher als früher.
Er wirkt jedenfalls aufgeräumter - die Hauptschuld daran
tragen vor allem größere Klarglas-Scheinwerfer.
Auf der Kofferraum-Klappe trägt er - zumindest im Falle
der 3-türigen Version - eine Strahlereinheit, die aus
den Schlussleuchten zwei Teile zaubert. Der fünftürigen
Version bleibt dieser Gag vorenthalten.
Nörgler behaupten, der Punto habe an landes- und vor
allem an markentypischem Charakter verloren; nun, vielleicht
trifft dieser Einwand ja zu, aber leider reicht es nicht,
allein die Herzen des italienischen Volkes und einer Hand
voll Fans auf dem restlichen Kontinent zu gewinnen. Und wenn
die Harmonisierung der Optik denn für Absatzzahlen sorgen
sollte, wird sich niemand beschweren können - nichtmal
darüber, was wohl schon vorkam, dass die Punto-Schnauze
angeblich an den alten VW-Polo erinnert.
Nicht ganz so detailversessen sprang man mit dem Interieur
um, dessen Fortschritt sich in einem neu abgestimmten Farbenspiel
erschöpft. Zudem bringt die optionale Klimaautomatik
eine Spur Ordnung und Knöpchen-High-Tech in die Mittelkonsole,
da sie sämtliche Drehregler aus der Wohnstube wirft.
Als willkommener Geselle in der Antriebspalette präsentiert
sich der neue 1,4-Liter-16-Ventiler. Damit dürften künftig
wohl all jene einen Kaufvertrag unterzeichnen, denen die 80
Pferdestärken des potentesten 1,2er zu schlapp erschienen
und die Abarth-Version optisch zu abschreckend war.
Tatsächlich bestätigte sich der 1.368 ccm große
Vierzylinder mit seinen 70 Kilowatt bei einer ersten Testfahrt
als munteres Motörchen, das einen deutlichen Abstand
zum schwächeren Bruder schafft. Hohe Drehzahlen freilich
braucht auch der Neue, sofern es zügig voran gehen soll.
Allerdings ist er souverän genug, um einen reibungslosen
Praxis-Betrieb zu ermöglichen - berücksichtigt man
den vorwiegenden Einsatzbereich im mittleren Streckenbereich,
gilt das sowieso. Sein höchstes Drehmoment von 128 Nm
erreicht der Otto bei 4.500 Touren.
Das kann der aus einer Kooperation Fiats mit dem GM-Konzern
entstandene 1,3-Liter Multijet-Diesel allemal besser. Mit
180 Nm bei gerade mal 1.750 Umdrehungen ist er ein wahres
Zugepferd unter den Kleindieseln, von denen dieser übrigens
der erste mit Common-Rail-Technik ist. Exakt 1.248 ccm ergibt
das Volumen der vier Zylinder, mit dessen Hilfe ordentliche
51 KW mobilisiert werden.
Genug für eine nachdrückliche Beschleunigung, die
vor allem ohne Anfahrschwäche vonstatten geht. Anschließend
erfolgt eine gleichmäßige Leistungsentfaltung bis
zur Höchstdrehzahl.
Auch akustisch fällt der kleinste Multijet angenehm auf:
Abgesehen von einem milden Diesel-Grummeln in den oberen Drehzahlregionen
wird der Genuss des Selbstzünders nicht durch unschöne
Misstöne gestört. Dies geht primär auf das
Konto des Einspritzsystems, das noch kürzere Einspritzintervalle
und vor allem aber eine größere Anzahl Einspritzvorgänge,
deren Häufigkeit je nach Lastzustand indessen variiert,
ermöglicht als das Vorgänger-System.
Erfreulich ist daneben, dass es den kleinen Selbstzünder
auch in Verbindung mit einem automatisierten Schaltgetriebe
(Dualogic) gibt, was ja bisher lediglich ein Smart City-Coupe
bieten konnte, der aber wiederum nur zwei Sitzplätze
enthält.
Etwas verwirrend wird es bei den schier
unzähligen Kombinationsmöglichkeiten der Modellzusammenstellung.
Nimmt man den lieferbaren Erdgas-Motor dazu, gibt es acht
verschiedene Triebwerke, die mit insgesamt fünf Ausstattungslinien
(Active, Dynamic, Emotion, Sound und Sporting) kombiniert
werden können.
Als Einstiegsvariante fungiert der 60 PS starke 1,2-Liter
(Dreitürer). Mit 10.690 Euro ist er preiswerter als sein
direkter Vorgänger und bietet neben dem reichhaltigen
Sicherheitspaket eine ansehnliche Komfort-Ausrüstung:
Enthalten sind Bordcomputer, elektrische Fensterheber sowie
eine Zentralverriegelung.
Für 11.300 Euro steht Dynamic auf der Rechnung und an
Bord sind zusätzlich elektrisch einstell- und beheizbare
Außenspiegel, eine Fernbedienung für die Zentralverriegelung
und RDS-Kassettenradio.
Wählt man Emotion, erweitern sich die serienmäßigen
Zutaten um einen CD-Spieler sowie um eine Klimaautomatik.
In Kombination mit dem neuen 1,4-Liter Benziner kostet die
luxuriöseste Ausführung 13.900 Euro (Dreitürer).
Insbesondere für die junge Klientel zeigt sich die Version
Sound als attraktive Einstiegsvariante. Sie bietet ein Radio
mit RDS und MP3 Player sowie einen optisch sportlicheren Auftritt
innen wie außen. Mit dem Basismotor kostet sie 11.490
Euro.
Als gut ausgestattete Erweiterung bietet sich der Sporting
an. Dort gibt es ESP, Klimaanlage, Leichtmetallräder,
Seitenschweller und Sportsitze frei Haus.
Während alle Modelle ihre Kraft via Fünfganggetriebe
oder aber je nach Motor über automatisierte Schaltgetriebe
(mindestens 600 Euro Aufpreis) übertragen, behinhaltet
die Option Sporting sechs Gänge. Ihr Preis beträgt
als 1,4 16V 14.490 Euro.
Der 1,3 JTD liegt preislich zwischen 12.490 Euro (Active,
drei Türen) und 13.750 Euro (Dynamic, fünf Türen).
Wer noch ein wenig Taschengeld übrig hat, bekommt für
700 Euro ein elektrisches Schiebe-Hebe-Dach, 280 Euro hingegen
erfordern Park- und Regensensor, und günstige 130 Euro
kostet der Tempomat.
Fazit: Nachdem der neue
Punto im Jahre 1999 auf den Markt kam, wurde er Punkt für
Punkt verbessert: Zum ersten kleinen Facelift gab es zwei
Airbags mehr und neue Namen für die Ausstattungslinien;
jetzt sind nicht nur die Sicherheitsmerkmale auf der Höhe
der Zeit, sondern auch die Komfort-Zutaten wurden spürbar
erweitert und verfeinert. Über die modifizierte Erscheinung
kann man sich natürlich streiten - aber das mögen
die Kunden in lebhafter Weise tun und entscheiden. Ein Fundament
neuen Erfolgs ist jedenfalls vorhanden - was schließlich
zählt.
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