Fiat erfindet seinen Punto neu und nennt ihn Evo, was wiederum hohe Erwartungen weckt, denn mit diesem Attribut sind eigentlich immer schnelle Autos gemeint, durchtränkt mit Motorsport-Duftwasser. Beim neuen oder vielmehr modifizierten Punto sind Fahrleistungen sicher nicht Hauptthema, doch kommt der Kunde immerhin in den Genuss von interessanter Technik. Es geht um die so genannte Multiair-Lösung. Vorstellung.
iat gibt Gas und erneuert seine Cash-Cow, den Fiat Grande Punto. Denn der geht richtig ab, zumindest auf die Verkaufszahlen bezogen. Laut Konzern gehört er zum bestverkauften Fahrzeug in Europa in diesem Segment. Hierzulande liegt er mit rund viereinhalbtausend Einheiten pro Monat immerhin auf einem der Spitzenplätze für Importfahrzeuge. Und damit das auch so bleibt oder hoffentlich noch besser wird, spendiert der Hersteller dem Kleinwagen, der mit 4,06 Längenmetern eigentlich gar nicht mehr so klein ist, eine umfangreiche Frischzellenkur. Besonderes interessant ist die neue Motorengeneration mit der so genannten "MultiAir"-Technologie. Statt der Einlassnockenwelle übernimmt hierbei eine Elektrohydraulik die Ventilsteuerung, was die Steuerzeiten deutlich variabler machen soll. Zudem läuft der neue 1,4-Liter, der diese Technik als erster Benziner erhält, stets entdrosselt – denn die Drosselklappe fällt weg. Der Punto ist übrigens das erste Modell der Marke überhaupt, das den MultiAir-Motor bekommt. Von zehn Prozent Kraftstoff-Ersparnis gegenüber hubraumgleichen Aggregaten ohne MultiAir sprechen die Italiener – das ist doch mal ein Wort. Dass der jüngste Benziner und auch die restlichen Otto-Triebwerke Euro 5 können, versteht sich wohl von selbst.
Den Dieselmotoren indes tat man auch Gutes: Neue Hydraulik-Ventile in den Einspritzdüsen sollen für 30 Prozent weniger NOx-Ausstoß sorgen. Die Selbstzünder kommen außerdem ebenfalls in den Genuss der Euro 5-Plakette. Perfektioniert wird die Spritkur durch den lückenlosen Einsatz der Start-Stopp-Automatik. Und wer zu den Hardcore-Alternativen gehört, kann ab Anfang nächsten Jahres auch eine CNG-Version des Punto bekommen.
Natürlich unterscheidet sich der Evo auch optisch vom bisherigen Grande Punto. Veränderte Hauptscheinwerfer sowie der leicht modifizierte Heckstoßfänger samt neuer Rückleuchten machen das Modelljahr 2010 erkenntlich. Eine umfangreiche Sicherheitsausstattung (Antiblockiersystem, sieben Airbags sowie elektronisches Stabilitätsprogramm für alle Varianten) und interessante Entertainment-Funktionen machen den Punto attraktiv. Auf Wunsch lässt sich der Italiener mit Abbiegelicht ausstatten. Bereits aus anderen Fiat-Modellen kennt man das Fahranalyse-Programm eco:Drive, mit dessen Hilfe sich das eigene Fahrverhalten beobachten und gegebenenfalls verbessern lässt im Hinblick auf einen effektiveren Umgang mit dem Treibstoff.
Fazit: Der Punto Evo führt den italienischen Kleinwagen in das nächste Jahr; mit netten Ausstattungsoptionen und interessanten Technik-Merkmalen dürfte er in der Kundengunst noch weiter steigen. In puncto Sicherheit wie Umwelt scheinen die Turiner ihre Hausaufgaben erledigt zu haben.