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Fahrberichte & Tests
 
Daewoo Nubira Front
Nicht von schlechten Eltern, denn von Pininfarina
stammt der neue Nubira.
 
 

Wenn Geld eine Rolle spielt

Jetzt geht es Schlag auf Schlag: Mit der Übernahme der Marke Daewoo durch den GM-Konzern kommt nicht nur Optimismus in das Unternehmen, sondern es rollen auch frische Modelle in die Schauräume der Händler. Nach Kalos und Evanda steht nun eine neue Generation des Nubira zum Kauf bereit.

Es ist alles eine Frage des Preises - wie so oft im Leben. Und wer sich für eine ordentlich ausstaffierte Mittelklasse-Limousine interessiert, wird in der Regel kräftig zur Kasse gebeten. Schlaue unter uns nutzen denn die momentan herrschende Angebotsvielfalt als Chance zum günstigen Autokauf und greifen - fernab jeglicher Image-Diskussionen - beispielsweise zum frisch aufgelegten Daewoo Nubira.
Schon ab 14.390 wird der kühle Rechner hier fündig, und auch das Basismodell (1,6 SE) läuft nicht gerade karg vom Fließband.
Mit einem Antiblockiersystem, Front- und Seitenairbags, elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegeln, elektrischen Fensterhebern vorn, Klimaanlage, RDS-Kassettenradio und Zentralverriegelung bietet es alles, was man zur komfortablen Fortbewegung braucht.
Die 460 Euro teurere SX-Version enthält auch hinten elektrische Fensterheber, sechs statt vier Lautsprecher, Lederlenkrad sowie Lederschaltknauf, Lendenwirbelstütze für den Fahrersitz und schließlich eine Fernbedienung für die Zentralverriegelung.
Der höchste Preis (16.550 Euro) wird für den stärkeren 1,8-Liter fällig, den es ausschließlich in der CDX-Ausführung gibt. Diese umfasst einen 5-fach-CD-Wechsler, geschwindigkeitsabhängige Servolenkung und Klimaautomatik.

Daewoo Nubira Innenraum
 
Solide und aufgeräumt:
Das Interieur
 

Erste Praxis-Meter mit dem 122 PS starken 1,8er bescheinigen der Mittelklasse durchaus vielfältige Qualitäten. Der Vierzylinder bringt das Gefährt zügig auf Trab und gibt sich dabei recht kultiviert. Lediglich beim vollen Ausdrehen des Motors wird derselbe ein wenig brummig. Doch wer befördert den Drehzahlmesser im gewöhnlichen Fahrbetrieb schon in die Nähe des roten Bereichs?
Da ist es doch eher der moderate und damit gleichermaßen gelassene Stil, der zum Nubira passt. Genau diese Richtlinie gibt auch die Fahrgastzelle vor - hier in Form von großzügiger Bewegungsfreiheit, was wiederum dafür garantiert, lange Etappen in entspannter Weise zurücklegen zu können.
So lassen die Innenraumdimensionen nicht etwa den Wunsch nach mehr Platz aufkommen. Vorne Reisende werden mit gut bemessener Kopf- und Schulterfreiheit bedacht, doch weit überraschender ist der luftige Knieraum im Fond. Während viele - und oftmals preislich völlig unvergleichbare - Premium-Mitstreiter à la Audi A4 oder Mercedes C-Klasse hier recht eng geschnitten sind, nimmt der Nubira die hinteren Passagiere fast schon fürstlich auf.

In Sachen Interieur gelang es, den Nubira in die neue Daewoo-Linie einzugliedern. Erkennbar ist also eine gestalterische Verwandtschaft zum kleinen Bruder Kalos sowie zum Flaggschiff Evanda. Die Armaturen sind übersichtlich gehalten und machen einen grundsoliden Eindruck.
Erwartungsgemäß wirft die Bedienung keine Probleme auf - ohnehin ist die Mittelklasse nicht mit unnötigen Funktionen überhäuft; man bekommt, was man zum komfortablen Fahren wirklich braucht, nicht mehr und auch nicht weniger. Und Erfreulicherweise gibt es das auch noch frei Haus.
Vor Kilometer-intensiven Ausflügen braucht es demnach keine Bange, hier geht es schön kommod zu. Das sanft abgestimmte Fahrwerk lässt Deutschlands und auch Europas bekanntermaßen nicht lupenreines Wegenetz keinesfalls zur Tortur werden. Sportliche Freuden hat es dafür freilich nicht zu bieten, doch das ist nicht gewollt.
Sämtliche Gänge der manuellen Fünfgang-Schaltung springen leichtgängig ein, wenngleich die Wege zur passenden Übersetzungsstufe etwas kürzer ausfallen könnten.

Daewoo Nubira Heck, Rückleuchten
...auch der Abschluss
gefällt
 
 

Jetzt, wo der Nubira seine praktischen Qualitäten unter Beweis gestellt hat, darf durchaus ein Blick auf das Außendesign geworfen werden.
Es dürfte beim Kauf der Limousine nicht die erste Geige spielen, wäre aber möglicherweise ein Hinderungsgrund.
In diesem Fall mitnichten. Die von Pininfarina gezeichnete Karosserie gefällt durch eine klar geordnete Linienführung - ganz so, wie es dem Europäer zusagt. Für einen markanten Auftritt von hinten sorgt die bis zum Stoßfänger reichende Kofferraumklappe in Verbindung mit den nach oben spitz zulaufenden, in Klarglas gehaltenen Heckleuchten.
Das Antlitz des Koreaners weist markenspezifische Züge auf. So trägt der Kühlergrill mit seinen drei jeweils chromumrandeten Lufteinlass-Elementen in klarer Weise vor, welchem Hause die Mittelklasse entstammt. Auch die Scheinwerfer erstrahlen in klarem Glas; sie verleihen dem Daewoo eine moderne und daher gleichermaßen frische Note.

Fazit: Der erneuerte Daewoo Nubira avanciert in seiner aktuellen Form zum Geheimtipp für alle, denen Image weit weniger wichtig ist als ein komfortables Automobil, das einen hohen Alltagnutzen mit sich bringt. Er jedenfalls tut es: Das geräumige Platzangebot, die reichhaltige Serienausstattung und nicht zuletzt ein ansehnliches Design machen den Nubira hoch attraktiv. Als Krönung lässt sich die Mittelklasse zu einem Preis erstehen, für den es bei manchem Hersteller gerade mal einen knapp ausgerüsteten Kleinwagen gibt - Geld spielt eben eine, entscheidende, Rolle.

 



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