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Fahrberichte & Tests
 
Daewoo Evanda Front
Luxus auf preiswerte Art – Daewoo Evanda
 
 

Preisvorteil

Wer viel Auto für sein Geld möchte, trifft mit der koreanischen Marke Daewoo die richtige Wahl. So darf auch der Evanda – Kandidat der gehobenen Mittelklasse – als ausgesprochenes Schnäppchen unter seinen Mitbewerbern gelten. Für gut 20.000 Euro bekommen nicht nur rechnende Familienväter, sondern all jene, die es komfortabel mögen, eine geräumige Limousine mit attraktiver Ausstattung, um längere Reisen angenehm zu bestreiten.

Es gibt Menschen, die sich nichts aus Autos machen. Sie interessiert Image genauso wenig wie außerordentliche Fahrleistungen oder herausragendes Design. Vielmehr betrachten sie den Autokauf als notwendige Handlung, der, wenn er schon getätigt werden muss, wenigstens mit einer möglichst geringen finanziellen Belastung verbunden sein soll, aber keinesfalls von Emotionen bestimmt. Andererseits will man während der Fahrt keine Not leiden und sämtliche Wege doch bequem zurücklegen.
Nun, der Daewoo Evanda ist ein Fahrzeug für eben diese Autofahrer, und es kommt sogar noch etwas besser.
Sein Erscheinungsbild wird dem erwarteten Auftritt einer stattlichen Limousine durchaus gerecht: Klar gezeichnete Linien aus der Feder Giugiaros verleihen dem Koreaner einen europäischen Touch. Und damit auch ja kein Autolaie in die Situation gerät, lange an der Marke herum zu rätseln, lässt man den breiten Kühlergrill sprechen; dieser stellt das Logo des Hauses unmissverständlich dar und gibt mithin Aufschluss über die Herkunft des großformatigen Viertürers.

Daewoo Evanda Seitenansicht
 
Großes aus Korea –
die Daewoo-Limousine
 

Die Zeiten der im wahren Sinne des Wortes erfahrbaren Billigprodukte sind endgültig vorbei. Das waren sie bereits kurz vor Daewoos Ehe mit General Motors und sind es nun erst recht. So überzeugt denn auch die Fahrgastzelle mit ansehnlichen Innenleben. Einfache Architektur zwar ohne Schnickschnack, dafür jedoch funktionell und übersichtlich. Hier werden freilich keine Designwettbewerbe gewonnen, doch alles sitzt am rechten Fleck. Etwas störend: Das grell scheinende Display der Klimaautomatik kann in der Leuchtintensität nicht eingestellt werden und blendet bei Nacht. Erfreulicherweise punktet das Evanda-Interieur beim Qualitätseindruck. Hier hat man sich zuletzt mit großen Schritten in Richtung Europa bewegt. Dazuzulernen gibt es hingegen bei der Sicherheit. ESP und Kopfairbags sind demnach nicht lieferbar, lediglich Frontairbags, Sidebags und eine Traktionskontrolle stehen zur Verfügung – selbstverständlich ohne Aufpreis.
Viele Auswahlmöglichkeiten bei Motor und Ausstattung hat der Kunde erst gar nicht, womit ihm gleichzeitig eine gewisse Entscheidungsqual abgenommen wird. Nur ein einziges Triebwerk bringt den Koreaner hierzulande in Schwung – ein zwei Liter großer Vierzylinder. Sechs Töpfe befeuern die gehobene Mittelklasse allein auf dem Heimatmarkt, zu gering wäre die Nachfrage in unseren Gefilden.

Und jenes Aggregat lässt sich mit lediglich einer Ausstattungslinie kombinieren: Etwas anderes als CDX steht in keinem Kaufvertrag. Muss auch nicht, denn dieses Auto, das für konkurrenzlose 20.990 Euro beim Händler steht, kann kaum als armselig bezeichnet werden. Antiblockiersystem, elektrisch einstellbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber vorn und hinten, automatisch abblendender Innenspiegel, Klimaautomatik, Lederpolster, Leichtmetallräder, Radioanlage mit RDS und CD-Wechsler, elektrisch verstellbarer Fahrersitz, Sitzheizung und Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung stehen dem Fahrer zu Diensten.
Serienmäßig wird die Kraft des Vierzylinders über ein manuelles Fünfganggetriebe übertragen, gegen 1.400 Euro übernimmt diese Aufgabe ein Vierstufenautomat.
Beherzt und kernig geht der 131 PS starke Zweiliter zu Werke; er bringt natürlich keine Sportwagen-Fahrleistungen zu Stande, schlägt sich aber im alltäglichen Verkehr wacker. Wer kräftig vorankommen will, sollte nicht drehzahlscheu sein. Im Falle der Getriebeautomatik wird dem ganz ohne Zutun entsprochen: Herausbeschleunigen aus mittleren Geschwindigkeiten um die einhundert Stundenkilometer hat promptes Zurückschalten zur Folge, was die Spontaneität des Automaten einerseits dokumentiert, aber auch zeigt, dass die Maschine mit dem 1,5-Tonnen-Gefährt allerhand zu tun hat.

Sofern man sich im zivilen Bereich bewegt, läuft die Maschine kultiviert. Bei höherer Drehzahl tritt das Aggregat naturgemäß kräftiger zu Tage und entwickelt mitunter brummige Frequenzen, was in der Praxis aber keine Nachteile bedeutet. Schließlich vollzieht man mit dem Asiaten keine wilden Beschleunigungsexzesse.
Sein Bonus ist vielmehr das großzügige Platzangebot, welches ihn für lange Strecken prädestiniert. Insbesondere die Fondinsassen spüren diesbezüglich den Abstand zu manch kleineren Autos – sie werden mit viel Beinfreiheit belohnt.
Die kommode Sitzanlage unterstreicht jene Ausrichtung. Dazu gesellt sich eine weiche Fahrwerk-Abstimmung, mit deren Hilfe nennenswerte Unebenheiten ordentlich absorbiert werden, die dafür wenig Raum für sportliche Ausreißer lässt.
Zum guten Schluss noch ein Wort über die akzeptablen Trinksitten: 7,5 bis 8 Liter Superbenzin reichen für hundert Kilometer Fahrt – angesichts der Leermasse und Automatikgetriebe völlig in Ordnung.

Fazit:
Der Daewoo Evanda 2,0 CDX ist obere Mittelklasse auf sachliche und einfache Art. Preiswerter kommt man kaum in den Genuss komfortabler Fortbewegung. Die Liste der Abstriche umfasst neben relativ eingeschränkter Auswahlmöglichkeiten fehlende Sicherheitsfeatures. Andererseits bietet der Asiate eine erstaunliche Serienausstattung zu einem enormen Preis-Leistungs-Verhältnis. Wer hier zugreift, trifft eine gute Wahl und wird auch beim Thema Qualität nicht enttäuscht.

 



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