Mit Keilform, der Hilfe Bertones und Europa-V6 verließ Citroen die Achtzigerjahre. Erinnerungen an das Flaggschiff namens XM, das selbst heute nicht nur immer noch modern, sondern auch so präsent wie ehedem ist.
Eines hat sich bis heute nicht verändert – eingefleischte Spießer mit Hang zu hiesigen Marken (meist durch vier Ringe oder Stern kenntlich gemacht) rümpfen die Nase, wenn sie von einer französischen Business-Klasse hören und erleben gar einen Kulturschock, falls sie mit einem solchen Objekt einmal näher in Kontakt kommen sollten. Denn dann tritt der Aha-Effekt ein.
Luxus-Artikel wie Bordcomputer, Klimaanlage, Leder, beheiz- wie elektrisch verstellbare Sitze und gar elektronisch beeinflusste Fahrwerke vermutete so mancher Autofahrer (und vermutet es für Fahrzeuge aus jener Zeit womöglich heute noch) nämlich allenfalls in einer Mercedes-S-klasse, wenn überhaupt. Diese bot – so man nicht tief in die Aufpreisliste griff – aber weniger Gimmicks und war obendrein enger geschnitten. Verkehrte Welt? Vielleicht!
Mit dem XM begründete Citroen übrigens sein höchsteigenes Elektronik-Zeitalter – die hydropneumatische Federung kam jetzt auch in den Genuss einer entsprechenden Verfeinerung durch jene neuzeitliche Rechner-Technik. Kurze Bodenwellen vermag er dennoch nicht so ordentlich glattzubügeln wie manches Vorurteil ohne Zögern bestätigte. Doch was sind solche Umstände gegen den Geist traditioneller französischer Automobilkultur? Peanuts!
Noch bis 2000 lief der große XM vom Band – seinen höchsten Preisstand erreichte er jedoch schon vier Jahre zuvor: Spitzenkurse von über 80.000 D-Mark untermauerten den Anspruch im Business-Segment. Und er ist wahrlich ein nobler Gleiter mit Fernreisequalitäten, heute für erschwingliche Summen zu erstehen mit Garantie auf Kultstatus. Aber bitte leise, es ist ein Geheimtipp!