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Modisches
Allzweck-Auto von Citroen - der C3
Pluriel |
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Ist wieder Sommer
Zwar nicht
ganz pünktlich zur Cabrio-Saison, aber doch noch
inmitten jener Jahreszeit, die von den meisten Menschen
als die schönste empfunden wird, präsentiert
Citroen einen offenen Flitzer.
Das Tolle daran: Dieses Auto ist bezahlbar und wartet
mit einer ordentlichen Portion Unkonventionalität
auf - Citroen, willkommen zurück!
Frischluftvergnügen
bei Citroen? Kann doch nicht sein! Oder etwa doch? Das
gabs in dieser Form noch nicht. Dabei ist der begehrte
Spaß auch noch finanzierbar und präsentiert
sich in einer Außenhaut, die nach ihrem Prinzip
Reminiszenzen an vergangene Tage anklingen lässt.
Zwar ist es nicht unbedingt das Design, welches für
den Vergleich herhalten muss, aber der Umstand, ein
Auto zu fahren, das dem allgemeinen Kanon trotzt.
Irgendwann in den Achtzigern muss es gewesen sein -
als man noch unter zehntausend Mark fabrikneue Autos
kaufen konnte, und als man Citroen noch wegen seiner
aus der Reihe tanzenden Fahrzeuge liebte. Überhaupt
war die Welt der Automobile eine andere: Es gab bewegliche
Minimal-Lösungen. Wer einen fahrbaren Untersatz
benötigte, bekam ihn - nicht mehr und nicht weniger.
Niemand dachte an elektronische Vortriebssysteme, an
Klimaanlagen oder gar an Navigationssysteme - letztere
gab es nichtmal.
Der 2 CV 6 Club - die gute alte Ente - war so ein Kaliber,
das jene geliebten Markenwerte in beispielloser Weise
verkörperte: So war er nicht nur preiswert, sondern
auch einfach anders als die Anderen. Mit ihm wurden
mobile Wege beschritten, die nur wenige Nachahmer fanden.
Ähnlich beim Pluriel - freilich mit den kleinen
Unterschieden, die das fortschreitende Zeitalter mit
sich bringt. Ganz so einfach rollt heute kein Vehikel
mehr über die Strasse. Elektronische Vortriebssysteme
bietet denn auch der luftige C3: Antiblockiersystem
und ESP (nur beim 1,6 16V) sind kein Thema mehr, vier
Airbags ebenso wenig. Auch der Komfort hat offensichtlich
Einzug gehalten. Jeder Pluriel kommt mit elektrisch
einstellbaren Außenspiegeln daher, wartet mit
rundherum elektrisch zu bedienenden Fensterhebern auf
und lässt sich natürlich per Fernbedienung
abschließen.
Für 1.450 Euro hält die Klimaautomatik der
Fahrer Köpfe kühl, und selber singen müssen
Pluriel-Besitzer auch nicht - sofern sie 500 Euro für
eine mit RDS und CD-Player ausgestattete Radioanlage
locker machen. Nur ein Navigationssystem ist nicht zu
haben - da hilft kein Betteln und kein Geld - schade.
Gewandelte Welt auch bei den Anschaffungskosten. Unter
15.850 Euro geht nichts mehr, soviel kostet der Basis
Pluriel mit dem 54 KW starken und 1.360 ccm großen
Vierzylinder-Otto. Gar 17.350 Euro sind für den
1,6 16 V mit 80 KW zu entrichten - hier gehört
allerdings ein automatisiertes Fünfgang-Getriebe
zum Serienumfang.
Was sich erstmal nach viel Geld anhört, relativiert
sich jedoch schnell. Immerhin handelt es sich beim C3
Pluriel um ein Cabrio mit vier vollwertigen Sitzen -
das gibt es zur Zeit nirgendwo günstiger.
Also doch ein Hauch alter Tage, übertragen auf
die Moderne. Jawohl. Genau wie beim Design. Ein Auto
mit so vielen verspielten Optik-Details, die zusammengenommen
ein wahres Kunstwerk ergeben, hatte Citroen schon lange
nicht mehr.
Zwar übernimmt der Pluriel den Tenor seines geschlossenen
Bruders; auch hier findet sich das sympathische Rund-Schema,
allerdings sorgt die stattliche Summe gegenüber
der Limousine abgewandelter Elemente für eine charakteristische
Eigenständigkeit.
Das beginnt mit den auffällig gestalteten Klarglas-Scheinwerfern,
die am rechten Rand jeweils einen markanten Knick aufweisen,
geht über die typische Cabrio-Seitenlinie, die
durch fehlende B-Säulen betont wird und endet längst
nicht mit dem modifizierten Heck, das mit seinen weiß
schimmernden und genoppten Rückleuchten sowie durch
den Akzente setzenden Citroen-Schriftzug oberhalb der
unteren Heckklappe Aufsehen erregt.
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Von
innen wie der
Bruder C3 |
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Jetzt gehts ans Eingemachte - an
die Cabrio-Qualitäten. Auch in dieser Disziplin
fällt der kleine Franzose aus der Reihe, doch in
welcher Weise? Wem bis jetzt noch nicht aufgefallen
ist, dass der Name dieses Citroens mindestens genauso
aussagekräftig ist wie sein Auftritt, der möge
hiermit aufgeklärt werden.
Pluriel, Plural, also Mehrzahl - diese Botschaft vermittelt
der Spaßflitzer in Form von außergewöhnlicher
Flexibilität, die ihm nach dem Willen seiner Väter
sogar eine gewisse Ernsthaftigkeit beschert, nämlich
insofern, als dass er im praktischen Gebrauch eine exzellente
Figur abgibt und als zuverlässiger Partner über
das Spaß-Dasein hinausgeht. So hält der Citroen
ein breites Repertoire verschiedener Autoarten von "Limousine"
in geschlossenem Zustand über "Limousine"
mit geöffnetem Schiebedach oder Cabrio mit Dachrahmen
bis zum Spider bereit. Es ist sogar vom Pickup die Rede
- nämlich dann, wenn die mit ordentlichen 100 Kilogramm
ausgestattete Ladeklappe geöffnet ist.
Aber zu welchem Preis? Die Sache ist klar: Während
die meisten oben-ohne-Fahrer entweder per Hand oder
Knopfdruck ihre Stoffhaut binnen kürzester Zeit
im Kofferraum versenken und einen großen Teil
ihres Laderaums vernichten, haben Pluriel-Besitzer die
Möglichkeit, ihren Kleinwagen stufenweise zum Vollcabrio
auszubauen - ohne an entscheidender Ladekapazität
einzubüßen. Dafür gestaltet sich der
Wandlungsprozess vom geschlossenen Wagen zum Spider
etwas aufwändiger als bei den konventionellen Luft-Gefährten.
Der erste Schritt zum Offenfahr-Vergnügen beginnt
mit der Betätigung eines Drehschalters, der wiederum
das - zur Konstruktion gehörige - Faltschiebedach
elektrisch öffnet und damit gleichzeitig zusammenfaltet.
Als Führungsschienen des Daches dienen die ihrerseits
abnehmbaren Seitenbögen, die an der Windschutzscheibe
anliegen und als C-Säulen-Ersatz abschließen.
Im Endzustand dieser Ausbaustufe liegt das komprimierte
Stück Wetterschutz über der Heckscheibe, die
wunschgemäß schließlich mit samt dem
Dach herausgenommen werden kann und in den dafür
vorgesehenen doppelten Boden des Kofferraums verschwindet.
Diese ganze Prozedur verlangt dem Besitzer zwar zunächst
eine gewisse Mühe ab, belohnt ihn gleichzeitig
jedoch mit einem
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Unkonventionelles
Licht-
Design |
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Platzangebot, das sich sehen lassen kann.
Denn das hintere Ladeabteil bietet auch in geöffnetem
Zustand ein ansehnliches Schluckvermögen.
Jetzt unterbrechen nur noch Windschutzscheibe und zwei sich
in flankierender Weise darbietende Dachbögen die ansonsten
perfekte Cabrio-Linie - Frischluftliebhaber sollte das nicht
weiter stören, denn windig genug ist dieser Zustand allemal.
Wem die übrig gebliebene Kleidung noch zu dick erscheint,
kann auch den Rest - also die Bögen - durchaus entfernen.
Nachteilhaft ist allein die Tatsache, dass die etwa zwölf
Kilogramm schweren Elemente nicht im Wageninneren verstaut
werden können - schlechte Karten haben also diejenigen,
deren Wohnverhältnisse eine Zwischenlagerung nur schwer
ermöglichen. Wetterscheue Automobilisten sollten sich
diesen letzten Schritt ebenfalls überlegen, denn als
Spider ist der luftige C3 nicht mehr schließbar - folglich
hilft bei plötzlich einsetzendem Regen allenfalls die
Flucht unter die nächste Brücke.
Und sonst? Na klar, etwas schwerer als die vergleichbare Limousine
ist der Pluriel natürlich auch geraten. Schließlich
wünscht man sich ein weitgehend verwindungssteifes Fahrzeug,
was den Konstrukteuren dank verstärkter Bodenstruktur
auch gelungen ist. So wiegt die Basisversion nun 1.211 kg
- gut 100 Kilo mehr als die geschlossenen Brüder. Dennoch
ist man mit den 73 Pferdestärken hinreichend agil unterwegs.
Ein Sportwagen ist der Kleine ohnehin nicht - weder legt man
hier Wert auf schnelle Sprints noch auf schweißtreibende
Kurvenjagd. Da ist die Kulisse des angesagten Strassencafes
schon passender, das man mit gefüllten Einkaufstaschen
ansteuern könnte.
Die kräftigere Variante leidet hingegen unter dem Gesichtspunkt
der Kraftübertragung. Wer das leichtgängige Fünfganggetriebe
der Basis-Ausführung wünscht, wird enttäuscht.
So gibt es den 1,6er nur in Verbindung mit einem automatisierten
Schaltgetriebe, das ebenso fünf Übersetzungsmöglichkeiten
parat hält, aber mit dem sich keine richtige Harmonie
einstellen mag. Etwas zu viel Gas wird durch hastiges Einkuppeln
quittiert, was ungewollte Kavalierstarts zur Folge hat.
Dafür wartet die stärkere Maschine gegenüber
dem 1,4-Liter mit deutlich höheren Reserven auf. Beschleunigungsvorgänge
vollziehen sich müheloser, die Elastizität fällt
naturgemäß großzügiger aus - freilich
ohne im Gegenzug unverhältnismäßig harsche
Trinksitten an den Tag zu legen. Mit einem Verbrauch von 5,7
bis 9 Liter auf einhundert Kilometern (Werksangabe) steht
sich die potentere Variante nur geringfügig schlechter
als das Einstiegsmodell, das sich mit maximal 8,3 l und mindestens
aber 5,5 l auf 100 km begnügt.
Fazit: Der Citroen C3
Pluriel ist ein bezahlbarer Verwandlungskünstler, der
offenes Freizeit-Vergnügen mit hoher Alltagstauglichkeit
verbindet. Die etwas umständliche Dach-Konstruktion wird
durch das gebotene Maß an Flexibilität, das sich
in Form ausgezeichneter Transportfähigkeit manifestiert,
entschädigt. Und nicht zuletzt liefert der Pluriel jenen
Lifestyle-Effekt frei Haus, wie es ein Citroen lange nicht
mehr vollbracht hat. Willkommen zurück!
Juni 2003 |