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Fahrberichte & Tests
 
Citroen Xsara Picasso, Front
Bekanntes Gesicht: Seit dem Jahre 2000 rollt der
Picasso über unsere Strassen
 
 

Allround-Künstler

Im Kompaktvan-Segment bieten sich dem Kunden inzwischen eine Hand voll Lösungen zum Kauf – mit steigender Tendenz. Für die Hersteller jener Modelle erfordert dies naturgemäß hohe Wachsamkeit, schließlich will man ja jeweils den größten Teil des Kuchens gewinnen. Citroen versucht es mit dem Anfang vorigen Jahres leicht modifizierten Xsara Picasso. Fahrbericht.

Die Kunden der französischen Marke Citroen kennen die Vorzüge eines kompakten Vans schon seit fünf Jahren: Sie lauten Erschwinglichkeit, Wirtschaftlichkeit und trotz City-freundlicher Maße auch große Flexibilität im Innenraum.
Xsara Picasso heißt das Modell, das der damals noch Xsara genannten Kompaktklasse als I-Tüpfelchen zur Seite gestellt wurde. Inzwischen finden sich derer über 850.000 auf dem internationalen Strassennetz.
Und obgleich jener Allrounder manchen Autofahrern namentlich überholt erscheinen mag – er ist es in seinen Eigenschaften keineswegs.
Eine Einschätzung, die schon der äußere Auftritt unterstützend an den Interessenten heranträgt. Immernoch mutet der dynamisch-runde Picasso modern an, wofür nicht zuletzt die recht flache Windschutzscheibe verantwortlich zeichnet. Ferner lassen seine kurzen Überhänge auf einen langen Radstand schließen, und alle sorgfältigen Beobachter sollen recht behalten, denn mit 2,76 Metern ist Citroens Alleskönner der beste im Wettbewerb.

Citroen Xsara Picasso, Cockpit, Innenraum
 
Spacig, aber gemütlich:
Der Xsara-Picasso
 

Das verspricht gerade im Fond jede Menge Beinfreiheit, und tatsächlich leben die hinteren Insassen während der Fahrt nicht schlechter als in der ersten Reihe, wenngleich die vorderen Plätze auch ihren Reiz haben. Sowohl Fahrer als auch Beifahrer genießen neben ordentlichem Raumgefühl auch den uneingeschränkten Blick auf das mittig angeordnete Zentraldisplay, welches vor allem die Geschwindigkeit in großen Ziffern darstellt. Heimliches Schnellfahren könnte demnach mit einem mahnenden Blick von der Seite einhergehen, sofern ein wachsamer Mitfahrer den rechten Sitz belegt.
An Übersichtlichkeit und Funktionalität mangelt es dem Picasso sowieso nicht – die wichtigste Bedieneinheit für Wohlfühlstimmung, das Tastenfeld der Klimaautomatik sowie Radio, liegt perfekt zur Hand. Ebenfalls praktisch gelöst: Geschaltet wird per kurzem Hebel, der auf der Mittelkonsole ansässig ist. Dieser wandert leichtgängig durch die Gassen und vermittelt in Verbindung mit dem zuletzt eingeführten 1,6 HDI sogar eine gewisse Art von Fahrspaß, sofern man bei einem Vernunftauto von Spaß sprechen kann.

Zumindest aber von entspanntem Fortkommen. Der neueste und zugleich kleinste Common-Rail aus der Kooperation von PSA/Ford bringt 109 PS auf den Prüfstand und leistet damit sogar mehr als sein großer Bruder mit zwei Litern (90 PS). Zudem verbraucht er bei mehr Drehmoment (240 Nm bei 4.000 Touren zu 205 Nm) über einen halben Liter weniger Kraftstoff und erfüllt nicht zuletzt dank serienmäßigem Rußpartikelfilter Euro 4.
In der Praxis bietet sich das Bild eines agilen Vans; der 1,6-Liter zieht bereits aus niedrigen Drehzahlen heraus ordentlich durch. Somit erscheint die Werksangabe, nach der das 1,3-Tonnen-Gefährt die 100 km/h-Marke binnen zwölf Sekunden durchbricht, höchst glaubwürdig.
Nicht glauben dürfte der eine oder andere Passagier, dass unter der Haube des vielfältigen Xsara ein Diesel arbeitet, so unauffällig verrichtet der Vierzylinder seinen Dienst. Man muss schon Radio wie Lüftung ausschalten und genau hinhören, um die Antriebsart am spezifischen, doch milden Geräusch zu erkennen.

Keine Frage, der kleine Nachwuchs-Diesel ist eine Bereicherung für die Modellpalette. Darüber hinaus wartet der Picasso 1,6 HDI selbstverständlich mit sämtlichen Annehmlichkeiten auf, welche auch die anderen Motorversionen bieten. Ein hoher praktischer Nutzen steht hier ganz oben auf der Tagesordnung. Im Notfall schluckt der Kompaktvan rund 2.000 Liter Gepäck – besonders erfreulich ist, dass das Ladegut dank ebener Fläche stets problemlos zu verstauen ist.
Und selbst mit voller Besetzung dürfen immer noch ganze 550 Liter an Bord. Die Exclusive-Ausführung beinhaltet drei in Längsrichtung verschiebbare Fond-Einzelsitze, so dass entweder zwischen einem Maximum an Beinfreiheit oder Stauraum im Kofferraum gewählt werden darf. Immerhin lässt sich im Falle der preiswerteren Versionen der mittlere Fondsitz verschieben, hier sind die Funktionen der beiden äußeren Sessel auf Umklappen der Rückenlehnen beschränkt.
Ebenfalls alle Ausstattungslinien bescheren den Kunden einklappbare Tischlein an den Vordersitzlehnen, wovon hinten verweilende Fahrgäste gerade auf langen Fahrten profitieren dürften, weil die Tabletts groß genug sind, um Pausenbrot nebst Getränkebecher temporär aufzunehmen.

Nicht gigantisch groß hingegen muss das Budget jener Interessenten für den französischen Kompaktvan ausfallen, auch nicht für den 1,6-Liter Commonrail-Diesel. Denn ab 22.850 Euro steht er beim Händler und kommt erstaunlich gut ausstaffiert daher.
Confort heißt die für den kleinen HDI preiswerteste Ausführung und hält neben umfangreicher Sicherheitsfeatures (ABS, Bremsassistent, ESP, Frontairbags, Sidebags sowie Seitenaufprallschutz) tatsächlich eine Vielzahl von Komfort-relevanter Ausstattungsmerkmale bereit: Elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, Bordcomputer, elektrische fensterheber vorn, Klimaautomatik, RDS-Radio samt CD-Player und Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung.
Die mit 24.150 etwas teurere Topversion namens Exclusive bietet darüber hinaus elektrische Fensterheber auch hinten, Leichtmetallräder, Lichtsensor, Nebelscheinwerfer, Parksensor, Velourspolster und Tempomat. Zudem setzt sie sich mittels farblicher Akzente in der Mittelkonsole von den beiden darunter positionierten Ausführungen ab.
Als Sonderausstattung nennt die Liste ein Navigationssystem, das für 1.380 Euro ausschließlich in der Exclusive-Variante zu haben ist. Daneben gibt es Lederpolster, die mit 1.480 Euro zu Buche schlagen.

Fazit: Auch nach einem halben Jahrzehnt scheint der Xsara Picasso kein bisschen gealtert. Er ist vielmehr topfit und nach wie vor in der Lage, es mit den zahlreicher werdenden Wettbewerbern aufzunehmen – und mit dem modernen 1,6 HDI erstrecht.



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