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Fahrberichte & Tests
 
Citroen C3, Heckansicht, Innenraum, Frontansicht
Citroen C3 Frontansicht

1. Einfache Bedienung ist im C3 Picasso an der Tagesordnung

2. Als Lifestyle-Allrounder passt der kleine Picasso zu einem lässigen Lebensstil

3. Ein pfiffiger Innenraum versüßt die Stunden im nützlichen Citroen...

4. Cooles Box-Design ist in, der C3 Picasso kommt an

 

Citroen C3 Picasso im Test
Boxgasse
Der Citroen C3 Picasso ist sicher nicht quadratisch, aber praktisch und gut. Vans passen in unser modernes Autozeitalter, immer mehr Anhänger jener variablen Automobil-Erscheinungen strömen auf den Markt – auch der C3 Picasso besetzte das Feld innerhalb der Markenlandschaft neu. Fahrbericht.

Benn das Budget knapp ist, muss ein Kleinwagen her – so lauten die Gesetze des Marktes. Soll innerhalb des Segments etwas pfiffiges gefunden werden, das nicht nur ausgefallen, sondern auch richtig nützlich ist, dann muss dieses Auto erst noch gebaut werden. Oder? Falsch, Citroen zum Beispiel hat da etwas im Programm seit einiger Zeit. Anfang 2009 führte der für ausgefallene automobile Kreationen bekannte französische Hersteller eine weitere Picasso-Variante ein, die jetzt allerdings nicht dem Kompaktklässler C4 zuzuordnen ist, sondern vielmehr C3-Klientel ansprechen soll. Oder vielleicht auch gerade nicht? In puncto Design jedenfalls ist den beiden Vehikeln allenfalls gemein, dass sie ähnlich verspielt aussehen; im Grunde allerdings rollt der C3 Picasso schlicht gezeichnet aus dem Showraum. Die aufgelockerte Note erzielte das Gestalter-Team durch uneinheitlich angebrachte Heckleuchten sowie markante Scheinwerfer in Verbindung mit auffälligen Stoßfängern inklusive großer Lufteinlässe vorn. Großmäulig wirkt der Doppelwinkel-Vertreter aber keineswegs, das überlässt man lieber der Schwestermarke.

 

Ein bisschen Kindchen-Schema steht also mal wieder auf dem Plan – warum auch nicht, schließlich ist das Leben ernst genug. Ernst macht der C3 Picasso aber auch: Wer erstmalig die Sitzprobe gewagt hat, merkt schnell, dass es in der Fahrgastzelle ganz schön luftig zugeht. Ist das wirklich ein Kleinwagen? Na ja, die kleinen Autos von heute sind eben auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Mit 4,07 Längenmetern wildert der Franzose nämlich im einstigen Kompaktwagen-Revier. Außerdem erzeugt die herumgezogene Windschutzscheibe mit der quasi doppelten A-Säule für ordentlich Raumgefühl. Mit 1,63 m Höhe überragt der kleine Van seinen konventionellen Namensvetter um runde zehn Zentimeter, was freilich ebenfalls zum stattlichen Platzeindruck beiträgt. Und das Einsteigen gelingt natürlich komfortabel. Danach erreicht man straffe Sitzmöbel, wie man sie aus Frankreich eigentlich gar nicht erwartet. Sogar Ansätze von Seitenhalt zeigen die Stühle, wenn man den Allrounder mit dem sportlich anmutenden Volant zügig durch Windungen dirigiert. Nur damit keine Missverständnisse aufkommen: Der Citroen besitzt keinerlei sportliche Gene – das Fahrwerk präsentiert sich eher von der milden Seite und schluckt Fahrbahnpatzer weitgehend weg.

 

Der Blick auf die Konsolen bestätigt die aktuelle Marschrichtung des Labels. Konventionalität bieten andere, hier herrscht Außergewöhnlichkeit vor, was sich an der Instrumenten- und Schalterlandschaft bemerkbar macht. Mit digitalen Geschwindigkeitsmessern hat es Citroen ja, daher bekommt auch der kleinste Picasso eine große Zahl, die hoch auf dem weitläufigen Armaturenträger sitzt – so dass jeder potenzielle Insasse auch sehen kann, wie schnell es der Fahrer gerade laufen lässt. So richtig schnell geht ja nicht, denn die Turbolader fehlen bei den bekannten Benzinern. Maximal 120 PS mobilisiert der einschlägige 1,6-Liter als VTi 120, der mit genügend Anlauf knappe 200 Sachen schafft. Allerdings reicht auch die 95 PS starke Basisversion für alltägliche Dinge. Mit ein bisschen Drehzahl erwachen beide Triebwerke zu einer gewissen Munterkeit, die vor allem bei Überholvorgängen an Autobahnsteigungen nötig ist. Nur in das Ablesen derselben muss ein wenig Mühe investiert werden, denn das durchaus schick anzusehende, nicht aber sonderlich praktische Messinstrument befindet sich als LCD-Ausführung neben dem Tachometer – und schon gewinnt die Unkonventionalität wieder das Zepter.

 

Dieser kann sich auch die Klima-Bedieneinheit nicht gänzlich entziehen, was der Praxistauglichkeit indessen keinen Abbruch tut. Fein klickende wie rastende Dreh- und Drückschalter erklären sich von selbst – das Studium der Bedienungsanleitung ist also passé. Dank einer fast liegend angebrachten Mittelkonsole weilen alle Tasten – auch die der Radio-Steuerung – zudem in einer gut erreichbaren Position. Der Picasso ist seinen Passagieren ein angenehmer Geselle, sein auf Wunsch parfumierter Innenrum offeriert genügend Ablagefläche für Kleinkram, der auf längeren Reisen nunmal anfällt. Während bei den Fächern eine Zweiklassengesellschaft gelebt wird (jenes auf dem Armaturenbrett gibt es erst ab "Exclusive"), bekommen sämtliche Varianten den variablen Kofferraumboden. Gutes Stichwort: Massig Gepäck (Bis zu 1.506 Liter) kann mit an Bord – bei umgeklappten Sitzen und dachhoher Beladung selbstredend. Runde 400 kg Zuladung erlauben die eine oder andere Einkaufsorgie im Baumarkt. An Flexibilität mangelt es dem kleinen Franzosen wahrlich nicht – somit steht er als wohlfeile, praktische Alternative zu Verfügung, wenn am Segment des Kleinwagens kein Weg vorbeiführt.

 

Ab 15.150 Euro gibt es den Picasso mit dem kleinen Benziner und gesunder Basisausstattung. Der so genannte "Advance" bietet Antiblockiersystem, vier Airbags, elektrisch verstellbare Außenspiegel, Bordcomputer, elektrische Fensterheber vorn, elektronisches Stabilitätsprogramm sowie Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung. Empfehlenswert ist das Audio-Klimapaket mit manueller Klimaanlage sowie Radio samt MP3-fähigem CD-Player (1.390 Euro). Mit dem 600 Euro teuren Sicherheitspaket kommen dann auch die Kopfairbags dazu inklusive doppelter Gurtstraffer, Innenraumspiegel und Tempomat. Bleibt nur noch der 490 Euro teure Metalliclack. Wer mehr Geld ausgeben möchte, muss zum "Tendance" greifen (2.200 Euro Aufpreis) – dafür gibt es neben den Annehmlichkeiten, die man für den Advance erwerben kann, ein gekühltes Handschuhfach und Nebelscheinwerfer. Für einen weiteren Tausender liefert Citroen 25 PS Mehrleistung, und der Selbstzünder (109 PS) ist ab 20.300 Euro (Tendance) respektive 22.050 Euro zu haben – dann als "Exklusive" mit reichhaltiger Ausstattung wie elektrischen Fensterhebern auch hinten, automatischer Klimaanlage sowie Park- und Regensensor. Für letztere Variante lässt sich auch ein Navigationssystem ordern, das gegen Überweisung weiterer 900 Euro auf dem Lieferschein steht.

 

Fazit: Der C3 Picasso ist ein pfiffiger Kleinwagen mit verspieltem Design – aber dennoch ganz schön erwachsen. Das Preis-Leistungsverhältnis kann sich, wie bei Citroen üblich, sehen lassen; man bekommt viel Raum und Nutzen sowie angenehme Triebwerke für einen fairen Kurs.



 
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