spacer

spacer
DRIVERSNET.DE - Das Auto-Mag für gay urban trendsetter. Themen: Auto, Tests, Fahrberichte.
Home Fahrberichte & Tests QD-Spot Technik Young n Old Galerie Vorschau Auto-Test-Archiv
spacer
spacer spacer
 
Fahrberichte & Tests
 
Chrysler Grand Voyager Front
Großes Maul und klare Scheinwerfer: Ein Ami made
in Austria
 
 

American Dream

Der Voyager von Chrysler gilt zusammen mit dem Renault Espace als Begründer des Van-Segments, das vor über 20 jahren allenfalls belächelt wurde, wenn man ihm überhaupt Beachtung schenkte. Heute ist selbst von Siegeszug keine Rede mehr, Vans prägen einfach unser Strassenbild. Hier im Visier: Voyager 2,8 CRD.

Die Amerikaner haben in Europa keinen leichten Stand, wenn es um Autos geht. Zu viele Vorurteile halten die Kunden davon ab, sich für eine US-Marke zu entscheiden: Amis sind groß, fressen viel Sprit, weisen Qualitätsmängel auf und bieten dem Auge wenig – jedenfalls nach Volkes Meinung.
Dem Voyager aber gelingt es, den einen oder anderen Van-Interessenten schwach werden zu lassen – aus gutem Grund. Schließlich trägt jene Großraumlimousine nicht so dick auf wie die Strassenkreuzer der 60er, sondern bietet ihren Passagieren ausladende Innen- bei bürgerlichen Außenabmessungen: Mit erträglichen 4,81 Längenmeter kämpft ein Voyager-Fahrer zusammen mit zahlreichen oberen Mittelklässlern um die knappen Parklücken bundesdeutscher Großstädte. Der Grand Voyager fällt mit fast 5,10 m natürlich aus dem Rahmen, doch hier entschädigt der Reiz des Besonderen und des verschwenderischen Raumangebotes die Nachteile beim urbanen Cruisen; und schließlich misst auch manch andere Luxus-Fuhre über fünf Meter.
Und das Argument des hohen Kraftstoffkonsums entkräftet der hier thematisierte Voyager schon rein formal, denn er ist ein Diesel.

Aber nicht irgendeiner, sondern eine ordentliche Portion mit 2,8 Litern Hubraum und immerhin 150 PS. Der großkolbige Vierzylinder gibt diese und ansehnliche 360 Newtonmeter an ein sanft arbeitendes Automatikgetriebe weiter. Damit lässt sich der Zweitonner flink durch die Lande bewegen. Im Detail sieht das wie folgt aus: Der Start wird durch eine minimale Anfahrschwäche verzögert, dessen Wirkung der weich ausgelegte Wandler allerdings gut ausmerzt, dann geht es wacker nach vorn – auf Wunsch sogar bis 180 Stundenkilometer. Dabei schaltet der vierstufige Automat mit einer bestimmten Gelassenheit, er passt so ganz zum Charakter des großen Vans – cruisen statt rasen lautet die Devise. Übersetzungswechsel erfolgen stets weich, und wer mal schnell vom Fleck will, erlebt einen durch Spontaneität gekennzeichneten Kickdown.
Man kann mit Sicherheit sagen, dass der Voyager zu den ruhigsten Vertretern seiner Gattung gehört – mehr Langstreckenkomfort bietet kaum ein Van. Allein das Klangbild des höchst leisen Selbstzünders will rein akustisch nicht so recht in das Muster amerikanischer Automobilkultur passen. Beruhigend, dass der Minivan im österreichischen Graz vom Band läuft.

Am äußerlichen Auftritt ändert das freilich wenig. Der Kühlergrill wuchs im Rahmen des Facelifts dezent, die Scheinwerfer weisen nun tränenförmige Einkerbungen auf; Klarglas ist ohnehin schon lange kein Thema mehr, das hat sich auch hinter dem großen Teich herumgesprochen. Im Gegenzug gelten abgedunkelte Scheiben im Fondbereich mittlerweile auch bei den Europäern als chic – man hat sich zweifelsohne angenähert.
Für das Interieur allerdings zählt ein anderer Maßstab: Mehr Kunststoff, weniger Holz; mehr grau, weniger kräftig – jene Impressionen sammeln Ersteinsteiger beim Betrachten der Armaturentafel. Und natürlich lässt auch die Form der kleinen Schalterchen Kenner nicht an ihrer Herkunft zweifeln – das ist amerikanischer Baustil der reinsten Form, inklusive Schnörkelschrift auf den Ziffernblättern der Tachoskala. Dazu gesellen sich grüne LED-Leuchten für Bordcomputer und Klimaautomatik. Perfekt wäre das Bild, wenn nicht Mercedes dem orientierungslosen Kunden ein – allerdings sauber eingepasstes – Navigationssystem spendierte. Es verfügt nämlich über einen LCD-Schirm.

Ebenfalls für Europäer angenehm gestaltet sich der Sitzkomfort, wenngleich die Abstimmung des Gestühls etwas straffer ausfallen könnte. Dennoch spult man hier gerne viele Kilometer ab. Für diesen Eindruck sorgen denn auch großzügige Platzverhältnisse in alle Richtungen. Auch auf den Einzelsitzen der zweiten Reihe lässt es sich wunderbar reisen – nicht zuletzt, weil man sich insbesondere im Grand Voyager fast wie im Wohnzimmersessel bewegen kann, so viel Beinfreiheit stellt das Vehikel zur Verfügung. Verspielte Naturen dürfen mittels in die Decke eingelassene Tasten auch hinten auf die Klimaanlage zugreifen. Doch es gibt noch mehr erfreuliche Dinge im Inneren des Voyager: Nämlich viele Ablagen, Cupholder und eine abschließbare Staubox (ab SE), die wahlweise zwischen den Vordersitzen oder der mittleren Sitzreihe untergebracht werden kann.
Kaum zu übertreffen ist jedoch das neuerdings im Grand Voyager installierte Stow 'n Go-Ladesystem. Mulden vor der zweiten Sitzreihe sowie unterhalb des Kofferraums nehmen sämtliche Sessel des Fonds bei Bedarf einfach auf und machen den Laderaum frei für den Großeinkauf im Baumarkt. Bei voller Bestuhlung lassen sich die Boden-Einbuchtungen selbstverständlich als zusätzliche Gepäckunterbringung nutzen.

Chrysler Grand Voyager Heck, Rückleuchten
 
Hinter dunklen Scheiben
reist man geschützt vor
der Sonne
 

An die viereinhalbtausend Liter Ladevolumen eines langen Voyager kommt die Basis mit guten 1000 Litern weniger natürlich nicht heran, doch jämmerlich ist ihr Nutzwert keinesfalls. Zumal das 27.400 Euro teure Grundmodell (Family) kaum noch Wünsche offen lässt. Neben der ABS, Front- und Windowbags umfasenden Sicherheitsausrüstung gibt es elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, Automatikgetriebe, elektrische Fensterheber vorn, Klimaanlage, Tempomat sowie eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung. Für 2.500 Euro Aufpreis (SE) gibt es darüber hinaus einen Bordcomputer, eine Dachreling, einen elektrisch verstellbaren Fahrersitz und ein Radio mit CD-Player. Erste luxuriöse Züge trägt die Comfort-Linie (32.900 Euro): Leichtmetallräder, Metallic-Lack, Polsterung in Teilleder-Ausführung, Sitzheizung und Soundsystem. Gegen weitere 4.000 Euro (LX) gibt es sogar einen CD-Wechsler, elektrische Schiebetüren inklusive per Elektromotor anzusteuernde Hecktür, Navigationssystem, Niveauregulierung und Scheinwerferreinigungsanlage. Ganze 42.900 Euro muss anlegen, wer den Grand Voyager 2,8 CRD Limited genießen möchte. Dann gibt es zur bisher schon mehr als fülligen Ausstattung noch einen automatisch abblendenden Innenspiegel, eine Memory-Schaltung für Sitz- und Spiegelverstellung, Parksensor plus Stow 'n Go-Sitzsystem.

Fazit: Der Chrysler Voyager hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten zum höchst attraktiven Vielzweck-Fahrzeug mit limousinenhaftem Fahrkomfort entwickelt. Und mit dem großvolumigen Diesel lässt sich das schwere Schiff auch angemessen sparsam bewegen – unter zehn Liter Kraftstoff pro einhundert Kilometer sind keine Kunst. Darüber und über das obligatorische Automatikgetriebe freuen sich vor allem Vielfahrer. So einfach ist ein amerikanischer Traum.



Neu im Mag
spacer spacer spacer spacer spacer spacer spacer

Diesel +

Mittelklasse oder eher kompakt? Der Mitsubishi Lancer Sportback jedenfalls besitzt Allround... >>MEHR
Mitsubishi Lancer Sportback Front-Ansicht
spacer

Die Kombi
machts

Wer hat Angst vorm Sechszylinder? Skoda Superb V6-Fahrer jedenfalls... >>MEHR
Skoda Superb Combi Front-Ansicht
spacer

Anti-
Mainstream

Kompaktklasse muss nicht immer Mainstream und schon gar nicht langweilig... >>MEHR

 

Renault Mégane Coupé Front-Ansicht
spacer
Power-Öko
Der Jaguar XF mimt Businessklasse im feinen Blechkleid. Keine Spur zwar... >>MEHR
Jaguar XF 2012, Front-Ansicht
spacer spacer spacer spacer spacer spacer spacer
spacer
spacer
spacer spacer
spacer

Aktuelle Nachrichten, neues vom Genfer Automobilsalon, der Detroit Autoshow, und Berichte aus Auto, Motor, Technik, Umwelt, Mode, Trend, Lifestyle, Queer und Gay. Im Online-Artikelarchiv auch kostenlos recherchierbar. Dazu News, Fahrberichte, Tests, Videos, Bilder, Termine und exklusive Interviews aus allen Bereichen des Autos von der DRIVERSNET-Redaktion.


FAHRBERICHTE & TESTS
| TECHNIK | ALTERNATIVE ANTRIEBE | GAY TREND & LIFESTYLE | VIDEOS | ALLE AUTO-TESTS

 
SENFKOMM Medien