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Eigentlich
schade, dass Daewoo nun Chevrolet heißt.
Somit verschwand wieder mal eine interessante
Marke von der europäischen Bildfläche,
deren Image man zuvor auch noch jahrelang mit
viel Geld und Herzblut aufzubauen versuchte. Aber
mit dem Klang der Marke Chevrolet, der einen Hauch
von "American Dream" und somit vor allem
American-Dream-Car-Feeling transportiert, kann
Daewoo eben kaum konkurrieren. Freilich passen
die künftigen Chevrolet-Modelle schlecht
in das Muster klassischer Marken-Vertreter. Doch
ganz offensichtlich können Namen Berge versetzen,
denn der Absatz konnte seit dem Umflaggen deutlich
gesteigert werden. Was für eine gute Nachricht!
Und die zweite, auch nicht schlechte Nachricht
lautet, dass die Chevrolet-Preise immer noch so
moderat sind wie die ehemaligen Daewoo-Kurse.
Schließlich war jenes Label dafür bekannt,
preisbewussten Käufern ein ordentliches Gefährt
anzubieten, das alle wichtigen Eigenschaften für
den automobilen Alltag mitbringt und seine Passagiere
zuverlässig von A nach B führt. So gesehen
verlief alles nochmal glimpflich.
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| Preiswert
heißt nicht billige Optik |
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Nur 15.190 Euro kostet der
Nubira in der Kombi-Ausführung und präsentiert
sich schon recht ordentlich ausstaffiert. Klimatechnisch
leiden die Passagiere auch sommers keine Not.
Schließlich verlässt kein Mittelklasse-Chevrolet
das Haus ohne Kältekompressor, und wer an
heißen Tagen auf Reisen geht, darf seine
Soft-Drinks getrost im Handschuhfach ablegen
diese wurde in die Kühlung einbezogen.
Ansonsten gibt es ein Antiblockiersystem, vier
Airbags, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel,
elektrische Fensterheber vorn, Leichtmetallräder,
RDS-Radio inklusive CD-Player, Servolenkung sowie
Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung. Das
mit 15.990 Euro etwas teurere "SX"-Modell
bietet überdies elektrische Fensterheber
auch hinten, zwei weitere Lautsprecher sowie Nebelscheinwerfer.
Als Sonderausstattung darf der Kunde Metallic-Lack
(410 Euro) und ein elektrisches Glas-Schiebe-Hebe-Dach
(600 Euro) wählen. Von Individualisierung
kann demnach keine große Rede sein, aber
dafür muss sich der Interessent nicht mit
komplizierten Paketen herumschlagen, kurzum: Hier
gibt es keine Qual der Wahl.
Gute Nachrichten also für Cent-Fuchser, denen
automobile Grundwerte völlig ausreichen.
Beim Blick auf das Außendesign sieht man
ihnen jene Einstellung aber mitnichten an. Modern
und beinahe dynamisch fährt der Brot-und-Butter-Kombi
unter die Augen seiner Betrachter. Frischer Klarglas-Look
vorn wie hinten und kräftige Radhäuser
aus seitlicher Perspektive geben insgesamt eine
konturierte Figur ab, da hat Pininfarina, dessen
Haus die Baureihe zeichnete, gute Arbeit geleistet,
nach Spar-Ausgabe sieht der Lademeister jedenfalls
keineswegs aus.
Und er ist ganz gewiss einer, da dürften
allein die Papierwerte überzeugen: Satte
1.410 Liter kann der Amerikaner nach Pass (bei
umgeklappter Rückbank) mitnehmen und liegt
damit auf Augenhöhe mit dem (meist teureren)
Wettbewerb. Volle Bestuhlung reduziert den Stauraum
auf 400 Liter, welche für das Gepäck
einer Vierköpfigen Mannschaft aber genügen
sollten. Die Besatzung selbst verweilt ohne jeglichen
Platzmangel in einer großzügig geschnittenen
Fahrgastzelle.
Dies gilt auch für die zweite Reihe, in der
es sich gut mitfahren lässt. Sogar größere
Menschen bekommen ihre Knie tadellos untergebracht,
und mit dem Kopf stößt so schnell auch
niemand an den Dachhimmel.
Vorn geht es aufgeräumt und übersichtlich
zu. Klar, einen Designpreis wird das eher sachlich
gehaltene Interieur kaum gewinnen können,
doch die Anmutung zeigt sich sauber verarbeitet
und weitgehend solide. Man muss sich fragen, ob
der Alu-Optik-Saum um die Rundskalen in dünnerer
Ausführung nicht besser ausgesehen hätte
doch dies nur am Rande.
Da ist die erfreuliche Tatsache, dass die Sessel
sämtliche Gäste auch nach längerer
Fahrt immer noch bequem sitzen lassen, wohl triftiger.
Und der Motor? Mit den zwei preiswerteren Ausstattungslinien
ist zwangsläufig das kleinere 1,6-Liter-Aggregat
verbunden. Dieser Otto leistet immerhin 109 PS
und sorgt mithin für angemessenen Antrieb.
Der Vierzylinder läuft durchaus kultiviert;
allein bei höheren Drehzahlen wirkt er etwas
angestrengt, sie sind nicht seine Welt.
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| Größere
Transporte sind kein Thema |
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Dennoch rennt der Kombi
zumindest laut Tacho knappe 200 Stundenkilometer.
Da ist er von der Werksangabe (187 km/h) auch
nicht allzu weit entfernt. Aus dem Drehzahlkeller
heraus kann munter beschleunigt werden, zum Mitschwimmen
im Alltagsverkehr reicht es allemal. Dazu passt
die tendenziell indirekt ausgelegte, um die Mittellage
ein wenig gefühllose Servolenkung. Von sportlicher
Fortbewegung ist der Nubira naturgemäß
weit entfernt hätte man es auch anders
erwartet? Immerhin lässt sich mit der Fünfgang-Box
gut umgehen, was auch vom Fahrwerk gesagt werden
kann. Durch gutmütiges Untersteuern kündigt
der leider nicht mit ESP ausrüstbare Fronttriebler
an, dass er die gerade anstehende Kurve nicht
schneller durchlaufen möchte. Zudem gefällt
die milde abgestimmte Dämpfung, indem sie
die raue Strassenrealität nur gefiltert offenbart.
Lediglich kräftige, kurze Wellen könnte
speziell die Vorderachse etwas besser verarbeiten,
doch unterm Strich verwahrt der Nubira seine Insassen
gewissenhaft. Zum Abschluss soll der Leser noch
erfahren, dass der Nubira selbstverständlich
die Euro-4-Abgasnorm erfüllt und damit auch
für die Zukunft gewappnet ist.
Fazit: Der
Chevrolet Nubira Wagon bietet wie vom Hersteller
gewohnt viel Auto und kostet angesichts
des Gebotenen besonders wenig Geld. So erhält
der Kunde einen vollwertig ausgestatteten Kombi
mit hohem praktischen Nutzen für runde 15.000
Euro: Ein besseres Angebot dürfte sich kaum
finden lassen.
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