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Fahrberichte & Tests
 
Chevrolet Matiz, Front, Innenansicht

KLEINE GRöSSE

Der Chevrolet Matiz erfüllt seine Aufgabe als Minimal-Automobil durchaus gut. Dabei sieht der Kleinstwagen hübsch aus und spendet seinen Eignern gar ein gewisses Maß an Komfort und Technik, mit dem sich gut leben lässt. Fahrbericht.

Alt eingesessene Mercedes-Fahrer erleben im Matiz einen gehörigen Aha-Effekt. Denn die Traditionsmarke sorgte bis in die Neunzigerjahre ausgerechnet mit der Spiegelverstellung immer wieder für Verblüffung. Rechts elektrisch und links manuell – warum sollte es auch anders sein, schließlich liegt der kleine Hebel, mit dessen Hilfe der linke Außenspiegel immerhin von innen justiert wurde, in Reichweite. Gemäß schwäbischer Sparsamkeit musste also ein Stellmotor reichen. In diesem Fall geht die Sparsamkeit vom GM-Konzern aus. Warum auch nicht, der Zweck wird jedenfalls erfüllt.
Und sonst? Das Cockpit präsentiert sich schlicht und aufgeräumt, für Spielereien ist hier kein Platz. Der Ami-Koreaner ist eine Personen-Transportmaschine für den kleinen Geldbeutel und gibt dabei keine schlechte Figur ab.
Der übersichtliche, mittig angeordnete Tachometer bis 180 Stundenkilometer gibt Aufschluss über die aktuelle Geschwindigkeit und deutet – in etwas optimistischer Weise zwar – an, wie die Fahrleistungen des kleinen Vehikels wohl ausfallen mögen. Sämtliche Kontroll-Leuchten finden sich kompakt angeordnet hinter dem Lenkrad.

Chevrolet Matiz, Heckansicht
 
Netter Rücken – der Zwerg von hinten
 

Der äußere Betrachter nimmt Notiz von einem modern gestylten Automobil, dem vor allem flippige Farben gut zu Gesicht stehen. Blitzende Klarglas-Scheinwerfer zählen inzwischen freilich zur Selbstverständlichkeit, die zackig-bissige Formgebung dagegen kaum. Vorn mutet der Matiz gar etwas pfiffiger an als hinten; mit eher bravem statt ausgefallenem Heck findet man den nichtmal 3,50 messenden Winzling auf fast jedem noch so engen Land-Supermarkt-Parkplatz. Die Innenstadt gehört allerdings ebenso zu seinem Terrain – hier fühlt er sich wohl, hier passt er hin. Vorzügliche Übersichtlichkeit in Kombination mit den kompakten Außenabmessungen machen den anglo-asiatischen Kleinwagen zu einem der handlichsten auf dem Markt.
Die leichtgängige Servolenkung tut ihr Übriges für eine komfortable Manövrierfähigkeit. Bei Fahrten jenseits der 120 Sachen könnte jene indessen etwas mehr Präzision um die Mittellage vertragen. Doch für hohe Autobahntempi sind ohnehin andere Fahrzeuge zuständig.

Dennoch kann der Matiz durchaus mehr als nur den Einkaufsbegleiter spielen. Ausflüge in die Region überstehen zumindest mittelgroße Hinterbänkler tadellos, und bei langen Strecken stellt sich für Reisende im Fond die Frage nach den Passagieren der ersten Reihe, von deren Statur der verbleibende Raum maßgeblich abhängt. Vier durchschnittlich gewachsene Personen können in diesem Kleinstwagen durchaus verreisen – wenn auch nur bedingt freizügig, was in der Natur der Fahrzeugkategorie liegt. Der Matiz stellt einen gesunden Allrounder für kompromissfähige Eigner dar, das manifestiert sich zum Beispiel im Kofferraumvolumen von immerhin 845 Litern, die allerdings nur bei umgeklappter Rücksitzbank zur Verfügung stehen, was den Mini-Chevi zum Zweisitzer herunterstuft.
Und jene in diesem Fall verbleibenden beiden Fahrgäste blicken auf ein modisches Interieur, welches gleichermaßen schnörkellos anmutet. Dass keine Probleme mit der Bedienung aufkommen, liegt neben der selbsterklärenden Natur der Funktionslandschaft freilich auch am geringen Knöpfchen-Bestand. Doch seine Zwecke erfüllt der kleinste Chevrolet vorzüglich.

Chevrolet Matiz, Züge, Dach
 
Auch praktische Züge beim Matiz...
 

Und das trotz Minimalmotorisierung. Drei oder wahlweise vier Zylinder mit 52 PS respektive 67 Pferdchen treiben das Vehikel in zwar nicht allzu forscher, aber immerhin munterer Weise über den Asphalt. An Kultiviertheit fehlt es der dreitöpfigen Maschine ebensowenig wie dem stärkeren Aggregat, was eine Entscheidung zugunsten des preiswerteren Basismodells einfacher machen könnte. Natürlich geht der 1,0-Liter etwas spritziger zu Werke als sein schwächerer Bruder, doch unterm Strich tun beide ihren guten Dienst. Währenddessen lassen sich die fünf manuell zu sortierenden Gänge leichtgängig einlegen, was das Fortbewegen angenehm macht. Vom Fahrwerk freilich dürfen weder Sportlerallüren noch Himmelshaken-Charakter verlangt werden, jedoch vermag es Unebenheiten in angemessener Art auszubügeln. Der Matiz ist ein Brot-und-Butter-Auto für den harten Alltag, für die tägliche Praxis also und für wenig Geld – Komfort-Oasen sucht man woanders. Dafür gibt es viel Nutzen in hübscher und moderner Verpackung.

Schon ab 7.990 Euro steht der Basis-Matiz beim Händler. Dafür gibt es Antiblockiersystem, Frontairbags, elektrische Fensterheber vorn, Servolenkung und Zentralverriegelung. Auf der Bezahl-Seite stehen Metallic-Lack (300 Euro) sowie ein Glas-Hubdach für 200 Euro. In den Genuss einer Klimaanlage kommt man weder für Geld noch gute Worte; der Dreizylinder ist fest mit der Ausstattungslinie "S" verbunden – eine Ausnahme macht die Version mit Automatikgetriebe, von der in nächster Zeit noch gesondert berichtet wird.
Für wen die schiere Fortbewegung und mithin der gebotene Komfort nicht reicht, muss zur SE-Variante greifen, welche mit dem stärkeren Vierzylinder kombiniert ist. Für 9.490 Euro gibt es neben mehr Power auch weitere Ablagemöglichkeiten, CD-Radio, einen höhenverstellbaren Fahrersitz, Klimaanlage sowie eine Fernbedienung für die obligatorische Zentralverriegelung. Weitere 500 Euro kostet die SX-Ausstattung samt elektrisch verstellbarem rechten Außenspiegel, Dachreling, elektrischen Fensterhebern auch hinten, Nebelscheinwerfern sowie Sidebags.

Fazit: Der Chevrolet Matiz ist ein flippiger und moderner Kleinwagen für den kleinen Geldbeutel. Wer möchte, kann ihn mit den einen oder anderen Komfort-Merkmalen ausstatten. Er fühlt sich nicht nur in der City zu Hause, sondern kann auch auf längeren Strecken problemlos eingesetzt werden. Hervorragende Praxistauglichkeit und nettes Design runden die Offerte in positiver Weise ab.

 



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