GM schläft nicht, sondern tritt auch in Zeiten knapper Kassen die Flucht nach vorn an. In Detroit steht beispielsweise eine stattliche Limousine, die seriennah aussieht, aber noch den "Concept"-Stempel trägt. Einer ihrer Clous: Es handelt sich um einen Plugin-Hybrid mit geballter Leistung und viel Elektronik.
uch die Amis zittern um ihren geliebten Sprit – nein, es geht vielmehr um den Spritpreis. Dieser liegt zwar noch immer deutlich unterhalb jenem in Europa, aber das flüssige Gold wird unaufhaltsam teurer. Was also tun? Im Plugin-Hybrid liegt jedenfalls ordentlich Sparpotenzial, schließlich fahren die meisten Menschen pro Tag weit weniger als 100 Kilometer – eine Strecke also, die selbst heutige Lithium-Ionen-Akkus mit ihrer lausigen Energiedichte ohne Probleme zulassen. Und wenn es mal auf die Fernreise geht, springt der Verbrenner in die Bresche und treibt die Fuhre zusammen mit dem E-Motor voran – wie ein Hybrid eben. Bisher rechnet man solche Möglichkeiten eher kleinen Autos zu, aber falsch gedacht. Der Cadillac XTS Platinum ist ein waschechter Plugin-Hybrid. Und was für einer, denn er verfügt über eine Systemleistung von satten 350 Pferdestärken sowie 410 Nm Drehmoment. Wie potent der Elektro-Motor ist, verrät die Presse-Info nicht, wohl aber, dass seine Batterie binnen fünf Stunden wieder aufgeladen werden kann – ein strammer Wert. Dem ersten Augenschein nach muss man sich mit dem XTS nicht verstecken – da steht eine stattliche Limousine im ausladenden Format, äußerst luxuriös anmutend.
Der direkteinspritzende Ottomotor hält 3,6 Liter bereit, die auf sechs Töpfe verteilt werden. Schade, dass die Entwickler ihm keinen V8 spendierten, das hätte besser zur US-amerikanischen Automobil-Tradition gepasst. Aber mal abwarten. Wer in der XTS-Studie platznehmen durfte, wird bemerkt haben, dass sie neben schierem Luxus auch eine Vielzahl an technischen Gimmicks bietet. Analoge Tachoanzeigen? Ja, aber nur der Drehzahlmesser, der das Hauptinstrument als große, mittige Rundskala dominiert. Die Geschwindigkeit wird digital ausgegeben. Und sonst? Es gibt adaptive Dämpfer, deren Kennlinie mit Hilfe von Magnet-Technik angepasst wird, um möglichst kurze Reaktionszeiten zu erreichen. LED-Scheinwerfer mit Kurvenlichtfunktion setzen natürlich ebenso ein Statement wie die potenten 20-Zöller, die sich Serienlimousinen indes nur ab einer Preisklasse jenseits der 200.000 Euro leisten können. Da sind Antiblockiersystem sowie Stabilitätsprogramm schon deutlich realistischer – selbstredend kann das XTS Platinum Concept auch damit aufwarten. Ob es jemals in Serie geht, bleibt dahingestellt; es geht vielmehr darum, an welchen Maßstäben sich der Hersteller demnächst orientieren wird.
Fazit: Mit dem XTS Platinum Concept zeigt Cadillac, dass die Verbindung von großen Limousinen und Plugin-Hybrid-Technik absolut kein Tabuthema ist. Es bleibt spannend, was in den nächsten Jahren auf uns zukommen wird, das steht fest – ganz im Gegensatz dazu, ob dieser Cadillac so auf den Markt kommt.