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| Muskulöse
Erscheinung: Der offene Z4 |
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Z-Geschichten
Unter BMWs
Offenen ist der Z4 der quirligste mit hohem Lifestyle-Faktor.
Dabei ist er angesichts des Gebotenen fast wohlfeil. Im Folgenden
geht es um die stärkste Version mit drei Litern Hubraum.
Panta rei sagen die alten
Griechen, alles fließt. Und wer die Entwicklung der
Bayrischen Motorenwerke innerhalb der letzten fünf Jahre
beobachtet hat, kann diese Aussage bestätigen. Runderneuerung
mit der Hilfe Chris Bangles Design, offensichtlicher kann
Innovation kaum sein, schließlich geht es ja um den
äußeren Auftritt.
Auch der Z4 trägt deutliche Bangle-Elemente, aber er
polarisiert nicht so stark wie Siebener oder Fünfer.
Denn erstens legt seine Klientel nicht ganz so konservative
Maßstäbe an wie es im Business-Umfeld der Fall
ist. Außerdem bleibt dem Roadster das höchst umstrittene
Merkmal des Plateau-Hecks vorenthalten um es mit den
Worten der kochenden Volksseele auszudrücken: Er trägt
nur die positiven Züge jener modernen Stilrichtung.
Dass das kleine Cabrio als ästhetischer Volltreffer zu
bezeichnen ist, war schon aus mehreren Ecken zu hören,
natürlich entscheidet auch hier der gute Geschmack, doch
der Autor war gleicher Meinung.
Höchst spannend gestaltet sich in diesem Zusammenhang
der optische Vergleich zwischen dem rundlichen Z3 mit Allerweltsgesicht
und seinem Nachfolger.
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Hier klappert und rappelt
nichts: Solides Cockpit |
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Da sticht der Aktuelle nun mit messerscharfen
Konturen hervor, glänzt durch schneidige Linien; die
Flanken muskulös samt leicht ausgestellter Kotflügel.
Hier ist es die Autofahrerschaft, die jene Verehrer stellt
und der durchtrainiert anmutende Z4 bekommt sie rum,
ganz sicher.
So setzt sich die Geschichte innen fort. Der Passagier ist
umgeben von klaren Formen und Strukturen ohne liebliche, aber
eben auch wenig Profil bietende Rundungen. Wuchtig streckt
sich das Armaturenbrett dem Betrachter entgegen, geradlinig
verläuft die Mittelkonsole frei von alter BMW-Manier
der fahrerorientierten Ausrichtung. Und trotzdem ist es BMW
pur. Eben richtig knackig.
Wohl fühlen sollen sich hier ambitionierte Sportwagenlenker,
was sich nicht zuletzt in maßgeschneiderten Dimensionen
manifestiert. Raum ist eben so viel vorhanden, wie gerade
nötig der Blick nach hinten mündet in die
Klappe, hinter der CD- und DVD-Laufwerke schlummern.
Enge, aber gut sitzende Kleidung hat eben etwas Sportives
und Jugendliches diese Botschaft soll hier vermittelt
werden und wird es auch.
Befreiendes hat zudem der mittig angeordnete
Schalter, welcher das Verdeck in windeseile in der Versenkung
verschwinden lässt beim Spitzenmodell natürlich
vollelektrisch. Das geht deshalb so fix, weil ein Teil des
Daches gleichzeitig als Abdeckung für den Verdeckkasten
fungiert, so dass kein zeitraubender Mechanismus erst eine
Klappe öffnen und dann wieder schließen muss.
Jetzt bleibt nur noch die Frage nach der Tour zu klären:
Soll es auf die Flaniermeile oder auf die Landstrasse gehen?
Für beides taugt der kleine Zweitürer; sehen und
gesehen werden steht nach dem Einkaufsbummel hoch im Kurs,
man genießt es am besten offen, das macht nicht nur
im Hochsommer Spaß, sondern kann auch bei mildem Herbstwetter
gefallen.
Für richtigen Sturm braucht es kein passendes Wetter,
das erledigt der Z4 selbst dann allerdings muss die
Landstrasse her. Denn so knackig wie er aussieht, ist auch
sein Fahrwerk samt Lenkung. Wer sich traut, nimmt Biegungen
im atemberaubenden Tempo, ohne dass der Hecktriebler nervös
würde. Er bleibt vielmehr lange neutral, bis das kurze
Heck nach außen drängt. Geübte Lenker dirigieren
dann mit dem Gaspedal als Rettungsanker steht das Stabilitätsprogramm
aber rettend zur Seite.
Doch auch fernab von Kurven ist der stärkste Z4 kein
Kind von Traurigkeit. Denn unter der Haube arbeitet der klassische
3,0-Liter Reihensechszylinder mit stattlichen 231 PS
ebenfalls bekannt aus diversen anderen Baureihen der Marke.
Allerdings schleppt er hier nur gute 1,3 Tonnen mit sich herum,
was schon papiertechnisch Appetit auf die eine oder andere
Ausfahrt macht. Und so zeigen schon die ersten Meter Vertikalbeschleunigung,
dass es weder Turbo noch Kompressor braucht, um gute Motoren
hervorzubringen. Kräftig schiebt der Sauger das Cabrio
an und dreht mit spielerischer Leichtigkeit an den Begrenzer.
Dabei produziert der Dreiliter einen wohlkomponierten Sound
von heiserem Grollen bis zum lautstarken Kreischen bei hoher
Drehzahl. Dazu gesellt sich ein Sechsganggetriebe von Hersteller-typischer
Präzision.
Ungemütlicher wird's auf Holperstrecken, dafür ist
ein Z4 einfach nicht gemacht. Kurze Autobahnschnitzer müssen
die Fahrgäste, weniger die Dämpfung verarbeiten.
Lange Wellen wiederum werden ordentlich absorbiert. Man nimmt
es trotzdem gelassen; Stärken besitzt dieses Auto ja
wahrlich in anderen Disziplinen. Keineswegs vorenthalten sollte
man potenziellen Z4-Kunden, dass die Karosserie weitgehend
steif ist ein durchaus wichtiges Kriterium beim offenen
PKW.
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Auch von hinten ist der
Z4 durchaus eine
Augenweide |
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Das Allround-Talent kann sich insofern
sehen lassen, als dass immerhin 260 Liter Gepäck mit
auf die Reise darf, für zwei Personen üppig genug.
Üppig, zumindest nicht gering erscheint auch der Betrag,
welcher für den Spitzen-Z4 überwiesen werden muss,
allerdings ist der Preis gleichermaßen höchst angemessen
für den Gegenwert.
Denn immerhin befinden sich auch edlere Extras wie Leder,
Sitzheizung oder eine vollautomatische Verdeckbetätigung
an Bord des Dreiliters. In diesem Zusammenhang erscheint es
fast verwunderlich, dass für die Klimaanlage weitere
970 Euro entrichtet werden müssen.
Des Weiteren verfügt der Z4 3,0 natürlich über
vier Airbags, Antiblockiersystem und Stabilitätsprogramm.
Ferner gibt es elektrisch verstellbare Außenspiegel,
einen Bordcomputer, elektrische Fensterheber, Leichtmetallräder,
Radioanlage und natürlich eine fernbedienbare Zentralverriegelung.
Dass nach oben hin noch Potenzial besteht, versteht sich.
Gimmicks wie elektrisch verstellbare Sitze, Navigationssystem,
Soundsystem und Xenonlicht sind allesamt lieferbar, erfordern
indessen gut und gerne weitere 5.000 Euro. Und wie so oft
etwas erfreuliches zum guten Schluss: Man kann den Kraftbolzen
durchaus mit unter zehn Litern Sprit pro 100 km bewegen
selbst bei gemischter Fahrweise.
Fazit: Der Z4 versteht
es, dem Käufer eine gelungene Mischung aus Fahrspaß
und einer zumindest für zwei Personen hinreichenden Alltagstauglichkeit
bereitzustellen. Seine Fahrleistungen liegen auf dem Niveau
anspruchsvoller Sportwagen, sowohl vertikal als auch quer.
Obendrein gibt es ihn zum angemessenen Preis schließlich
konkurriert der Z4 mit Wettbewerbern vom Schlage eines Porsche
Boxster.
Juli 2004
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