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Fahrberichte & Tests
 
BMW X6 Innenraum, Video, Display, Frontansicht
BMW X6 Heckansicht

1. Nobler Innenraum mit reduziertem Tastenaufkommen...

2. Satte Erscheinung mit dennoch eleganter Linie...

3. Auch im Fond kommt der Luxus nicht zu kurz...

4. Wuchtiger Abschluss – der X6 bewegt Köpfe...

 

Der BMW X6 im Test
X. Dimension
Waren SUV in der Anfangszeit noch interessante Objekte im Verkehr, nach denen man sich umschaute, sind sie inzwischen nun wirklich voll integriert im Straßenbild. BMW machte sich daran, diesen Umstand zu ändern und erfand das SUV-Coupé – schon war der X6 geboren, der selbst nach zwei Jahren Straßenerfahrung noch immer Eindruck hinterlässt. Autotipp.
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as SUV an sich ist schon eine mysteriöse Erscheinung voller Widersprüche. Zwischen Liebe und Abneigung findet es offenbar einen zwar schmalen, aber soliden Grat zum Kunden, denn: So oft es wegen angeblicher Umweltsorgen verschmäht wird, so oft sieht man es auf der Straße, ob nun in kleiner, mittlerer oder besonders ausladender Größe. Seine Fangemeinde ist gewaltig, denn schließlich ist das Segment extrem vielfältig und durchaus luxuriös – man bekommt eine ansehnliche Portion Komfort, je nach Motorisierung appetitliche Fahrleistungen und obendrein satten Nutzwert. Okay, dieser spielt beim X6 jetzt nicht die zentrale Rolle; da könnte Luxus schon eher ein starkes Kaufmotiv sein. Oder vielleicht Design? Analog zu den konventionellen Fahrzeugsegmenten spielt der X6 die Karte "hier zahlt ihr zwar mehr Geld für weniger Auto, aber es lohnt sich bestimmt" – ganz wie die edlen, bereits eingesessenen Reise-Coupés es vorleben. Dieses Sports Activity Coupé – wie BMW es nennt – transportiert zum Beispiel auch lediglich vier Personen, dafür aber in gelassener Lounge-Atmosphäre mit Séparée-Charakter im großzügigen Fond. Vorsicht bitte beim Einsteigen, denn die hinten elegant abfallende Dachlinie könnte sonst präsent werden – und zwar am Haupt.

 

Der X6 war der erste BMW, der den neuen Biturbo-V8 unter der Haube tragen durfte – also war auch der Testwagen entsprechend motorisiert. Das auf stramme 407 PS erstarkte 4,4-Liter-Aggregat kommt jetzt mit Direkteinspritzung daher und verspricht höchste Effizienz. Doch Hand aufs Herz: Wer mit acht Zylindern leben möchte, stellt die Benzin-Frage auch gerne mal hinten an, und das sei dem Autofan natürlich gegönnt. Auf diesen wartet nämlich eine kleine Überraschung, wenn er den V8-X6 erstmals bewegt. Und damit ist nicht der betörende Sound gemeint. Klar, die Akustikdesigner in München sind in den letzten Jahren besonders eifrig – 650i lässt grüßen – und haben auch das Geländecoupé mit der richtigen Mischung an Wohlklängen ausgerüstet. Schon beim Anspringen verrät der Hightech-Benziner dem Kenner seine Zylinderanzahl und lässt auch entfernter stehende Passanten unter Last die dezent-bollernde Botschaft zu Ohren kommen. Nein, aber es geht um die dynamische Disziplin. Die Fuhre legt eine Vehemenz an den Tag, die angesichts der Fahrzeugkategorie für staunende Gesichter sorgt. Selbst der kräftezehrende Luftwiderstand jenseits der 200 km/h-Marke schafft es nicht, die stattliche Karosse in die Knie zu zwingen.

 

So stürmt der X6 xDrive50i geradezu in die künstlich auserwählte 250 Stundenkilometer-Bremse und gibt deutlich zu verstehen, dass er gerne mehr wollte. Das Fahrwerk würde ohne Zweifel mehr verkraften, denn ausgeprägte Seitenneigung legt das Trumm niemals an den Tag und läuft zudem stoisch geradeaus. Hier hilft die Technik notfalls nach, denn aktive Stabilisatoren (Aufpreis) richten es bei Bedarf. So meistert der dicke BMW auch engere Kehren in ländlichen Gefilden mühelos und lässt oft vergessen, dass er rund 2,3 Tonnen auf die Waage wuchtet. Traktionsprobleme bei Nässe gibt es selbstredend ebenfalls keine – dem aktiven Allradantrieb sei gedankt. Um den BMW-typischen Hecktriebler-Charakter nicht zu verwässern, werden bei griffigen Fahrbahnverhältnissen 60 Prozent des Moments an die Hinterräder geleitet. Per Lamellenkupplung werden die bereitstehenden 600 Nm variabel verteilt und fließen sogar in die Geschicke des elektronischen Stabilitätsprogramms ein. Denn je nach Gier-Relevanz werden die entsprechenden Räder mit Antriebskraft versorgt, um gezielt Über- sowie Untersteuer-Aktivitäten zu begleiten und bei Bedarf den rettenden Schutzschirm aufzuspannen. Die Federn zeigen sich in der Grundausrichtung übrigens recht straff.

 

Dennoch verdaut der große Oberbayer auch schlechte Wege ohne Probleme. Serienmäßig rollt die Hinterachse des Achtzylinders auf Luftpolstern, während vorn Stahlfedern zum Einsatz kommen. Potente 19-Zöller mit 255/50er-Bereifung geben der Dämpfung natürlich eine anspruchsvolle Aufgabe, schließlich bemühen sich Reifen mit niedrigem Querschnitt nicht sonderlich, grobe Unebenheiten aufzufangen. Und sonst? Moderater Einsatz von Aluminium wie Holz ergeben in Kombination mit den knöpfchenreduzierten Armaturen einen leicht kühlen, aber auch edlen Touch. Üppige Sessel mit sportiven Genen und einer Vielzahl verschiedener Einstellmöglichkeiten tragen den Fahrgast gut und gerne viele hundert Kilometer. Ach ja: Seit wieder Stationstasten zu finden sind in den Mittelkonsolen der BMW-Fahrzeuge, macht der iDrive-Controller als Ergänzung richtig Spaß; denn für die Ansteuerung komplexerer Funktionen macht er schließlich Sinn, während das simple Umschalten des Radiosenders per direkter Tastenwahl deutlich bequemer ist. Das gilt ebenso für die Klimatisierung. Allein an den futuristischen Automatik-Wählhebel wird sich der eine oder andere Kunde vermutlich gewöhnen müssen, allerdings würdigt er die drive by wire-Technologie in angemessener Weise.

 

All diese schönen Dinge haben natürlich auch ihren Preis; für den X6 xDrive50i sind 76.100 Euro in Grundausstattung fällig – diese fällt aber nicht gerade knapp aus: Antiblockiersystem, Front-, Kopf- wie Seitenairbags, elektrisch beheiz- und verstellbare Außenspiegel, Bordcomputer, automatisch abblendender Innenspiegel, elektrische Fensterheber rundherum, elektrischer Heckdeckel, Klimaautomatik, Leichtmetallräder, Niveauregulierung, Parksensoren, Radioanlage, Regensensor, elektrisch verstellbare Vordersitze, elektronisches Stabilitätsprogramm, Tempomat, Xenonlicht und Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung sind serienmäßig mit dabei. Natürlich geht ein X6 ohne Leder (2.160 Euro), Navigationssystem (3.180 Euro) und Sitzheizung (380 Euro) gar nicht. Schön sind desweiteren auch Headup-Display (1.390 Euro) und Rückfahr-Kamera (700 Euro). Zu den preisgünstigen Optionen gehört zweifellos der Fernlichtassistent, der mit 150 Euro geradezu als Schnäppchen bezeichnet werden kann. Das Adaptive-Drive-Paket für stolze 3.290 Euro beschert Technik-Liebhabern nicht nur den aktiven Wankausgleich, sondern beinhaltet darüber hinaus elektronisch gesteuerte und demnach variable Dämpfer, die sich dem Fahrbahnzustand immer wieder anpassen. Freilich ist auch die Aktivlenkung keinesfalls zu verachten – Kostenpunkt 1.300 Euro.

 

Fazit: Der X6 ist schon eine faszinierende Erscheinung; das große SUV-Coupé mit dem starken V8-Motor besticht durch enorme Performance und überragendem Reisekomfort. In seiner Attraktivität ist das High-End-SUV wohl so schnell nicht zu überbieten.



 
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