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Diesel
und Oberklasse? Aber natürlich, lange kein
Thema mehr. Und da der durchschnittliche Kunde
solch luxuriöser Automobile meist viel Zeit
in seinem Vehikel verbringt und weite Strecken
zurücklegt, kommt der Spareffekt gelegen.
Denn auch die solvente Klientel dürfte nix
dagegen haben, wenn der Kapitalverzehr langsamer
vonstatten geht.
In Sachen Geräuschkomfort spielt der Diesel
längst auf gleicher Augenhöhe mit noblen
Benzinern, für die Leistung gilt das auch.
Ein Basis Diesel-Siebener rollt mir etwas über
200 PS ordentlich motorisiert durch die Lande
und arbeitet angemessen leise. Perfekt für
Außendienstler mit langer Berufserfahrung,
hoher Jahreslaufleistung wie besserem Verdienst.
Doch der 745d ist noch eine satte Klasse besser.
Während das Grundmodell die Brot-und-Butter-Ausführung
unter den Oberklassen ist, versprüht der
große V8 den Charme des Besonderen. Ungleich
milder geht das ebenso bullige Großkolben-Triebwerk
an die Arbeit. Zart schnarrend setzt sich der
mit 2,1 Tonnen schwergewichtige Bayer in Bewegung.
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| Leises
und starkes High-Tech-Triebwerk |
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Minimal verzögert,
aber dann vollen Schubes rauscht die mit Technik
und Platz gespickte Fuhre davon. Mit Nachdruck
geht es zwar nach vorn, doch andererseits beschleunigt
dieser BMW so unspektakulär, dass erhöhte
Adrenalin-Werte ausbleiben. Von 0 bis 250 km/h
ist quasi alles drin, und glatte zweihundert Stundenkilometer
will man prompt als Standard-Reisegeschwindigkeit
reservieren wenn der Verkehr es nur zuließe.
Tut er aber nicht. Nun denn, die gewaltigen Bremsscheiben
selbst an der Hinterachse machen glauben und spüren,
dass starke Verzögerungen das Dickschiff
kaum aus der Ruhe bringen, da kann man schonmal
beherzt aufs linke Pedal langen. Übrigens:
Der mit Wankausgleich ausgerüstete Testwagen
umrundet Kurven kaum aufgeregter. Dazu gesellt
sich die mit hoher Servounterstützung gesegnete
Lenkung, welche auch ihren guten Teil zur ausgeprägten
Handlichkeit des großen Müncheners
beiträgt.
Die obligatorische Sechsstufenautomatik schaltet
flink und butterweich Kickdown-Befehle
werden spontan umgesetzt.
Und das Fahrwerk? Mit sanftem Nachschwung gleitet
der Luxusliner über langwellige Straßenverwerfungen
und pariert kurze Rillen etwas unbeholfener
auf hohem Niveau allerdings. Pneus im Format 245/50
18 lassen sanftes Abrollen zu, es muss nicht immer
extremer Niederquerschnitt sein. Müssen es
denn 18-Zöller sein? In diesem Fall schon,
denn sie passen wunderbar in die mächtigen
Radhäuser, kleinere Räder würden
dem Siebener nicht stehen, sie verlören sich
angesichts der mächtigen Flanken.
Optisch ist der Oberklasse-BMW zur Zeit ohnehin
die kräftigste Erscheinung, die der Markt
bietet. Dennoch mutet er höchst elegant an;
die Front wirkt nach dem Facelift geradezu dynamisch,
der Dank richtet sich an die neu gestalteten Scheinwerfer.
Das Heck wurde im Rahmen der Überarbeitung
ruhiger und glattflächiger.
Das Innenraumdesign blieb dagegen erhalten
hier gab es keinen Anlass zur Kritik. Das Skalenwerk
gar verkörpert ein bisschen Retro
es ruft kurzerhand Reminiszenzen an das kantige
Tacho-Element des ersten Siebeners (E23) wach.
Inzwischen hat sich aber viel getan: Die Insassen
atmen das Oberklasse-Flair mit jedem Zug ein wie
die Kinder den Backduft in der Vorweihnachtszeit.
Die Armaturen bauen sich massiv vor den Insassen
auf, das Gestühl wirkt mächtig und fühlt
sich auch so an. Man versinkt förmlich in
den Polstern, hier lässt es sich ein paar
gemütliche Stündchen aushalten.
Trotz vieler Funktionen wirkt der Instrumententräger
keineswegs überfrachtet, dank iDrive. Obwohl
das System manchmal etwas Zeit in Anspruch nimmt,
ist es unterm Strich doch einfach und intuitiv
bedienbar. Selbst Computer-Verweigerer dürften
nach etwas Eingewöhnung ihre Freude daran
finden. Wohl oder übel die meisten
Funktionen müssen schlicht über den
Controller bedient werden.
Nicht so die elektrische Sitzverstellung: Mit
seitlich an der Armlehne angebrachten Tasten lässt
sich das Mobiliar in viele Richtungen justieren
da braucht es Zeit, bis die rechte Position
gefunden ist. Mit solchen Problemen plagen sich
die Fondpassagiere freilich nicht herum. Kopf-
und Beinfreiheit sind in verschwenderischem Maß
vorhanden, auch große Personen dürfen
sich hier durchaus mal räkeln. Auf Wunsch
allerdings lassen sich auch die Fondsitze mit
elektrischer Verstellung ausrüsten
gegen 2.900 Aufpreis.
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| Schöner
Rücken der geliftete 7er |
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Und schon ist man bei der
Preisfrage gelandet: Mindestens 81.300 Euro werden
für das Flaggschiff fällig; dabei befinden
sich viele, aber längst nicht alle Wohlstandsgimmicks
an Bord. Selbstverständlichkeiten in der
Oberklasse freilich sind rettende Luftsäcke
vorn, für den Kopf und an der Seite sowie
Antiblockiersystem und elektronisches Stabilitätsprogramm.
Zudem werden sämtliche Spiegel automatisch
abgeblendet, die Fahrgastzelle ist klimatisiert
und bietet elektrisch verrückbare Stühle
mit Memory-Funktion. Die Lenksäule ist ebenso
per E-Motor steuerbar wie alle vier Seitenfenster.
Überdies vorhanden: Bordcomputer, Radio mit
CD-Player, Heckdeckel mit Zuziehhilfe, Leichtmetallräder,
Regensensor, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung
und Xenonlicht.
Dennoch ist die Luxus-Ausrüstung noch nicht
ganz komplett. Es fehlen Leder (ab 2.620 Euro),
Navigationssystem (2.450 Euro) und Sitzheizung
(420 Euro). Wahre Highlights sind das Nachtsichtgerät
(1.950 Euro), Radartempomat (1.800 Euro) und der
dynamische Wankausgleich inklusive elektronisch
gesteuerten Dämpfern.
Fazit: Der
BMW 745d ist ein klassisch gezeichneter Oberklässler
im XL-Format. Er bietet mithin ausladende Platzverhältnisse,
zeichnet sich durch eine besonders leise Akustik
aus und legt eine Agilität an den Tag, die
manchen weit niedriger angesiedelten und damit
leichteren Fahrzeugen abgeht. Ein Wermutstropfen
bleibt allerdings: Auch in der Dieselversion bleibt
der Siebener gut verdienenden Kunden vorbehalten,
wenngleich sein Durst verhaltener ausfällt
als jener großer Benziner-Dickschiffe.
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