spacer

spacer
DRIVERSNET.DE - Das Auto-Mag für gay urban trendsetter. Themen: Auto, Tests, Fahrberichte.
Home Fahrberichte & Tests QD-Spot Technik Young n Old Galerie Vorschau Auto-Test-Archiv
spacer
spacer spacer
 
Fahrberichte & Tests
 
BMW 6er Innenansicht

Sechs-Appeal

Beim Sechser-BMW stellt sich die Frage, ob er wegen oder trotz seines Bangle-Designs geliebt wird. Jedenfalls wird er häufig zitiert, wenn gerade Traumwagen auf dem Gesprächsplan stehen – das sollte den Konzern zufriedenstellen. Wie fährt sich der Zweitürer mit potentem V8? Autotipp.

Wie sagte der alte Graf Goertz? Das Design eines Autos müsse die Lust erwecken, es besitzen zu wollen statt Diskussionen darüber zu entfachen, ob man sich an sein Design gewöhnen könne. Nun, beim Sechser ist ersterer Teil seiner Aussage wohl kein Thema; zumindest muss man sich beim Aussteigen aus dem nobel-sportlichen Coupé keine Sorgen um gesellschaftliche Ächtung machen, ganz im Gegenteil.
Dieser BMW wirkt wie ein durchtrainierter Athlet, vorn bullig und die Heckpartie stylish. Der Kofferraumdeckel als Plateau fügt sich wie ein markantes Stilelement in das Gesamtkunstwerk ein. Natürlich polarisiert auch diese Modellreihe – wer ein schlichtes Automobil erwerben möchte, ist mit dem Coupé an der falschen Adresse. Denn wo der 650i auftaucht, drehen sich Köpfe, zeigen Finger und fallen Blicke, die meist Zustimmung signalisieren. Unauffälliges Fortbewegen überlässt der Bayer seinen profaneren Brüdern. Dabei basiert er auf der Fünfer-Linie – ganz im Gegensatz zu seinem Vorgänger aus den Siebzigerjahren, welcher auf dem 7er aufbaute.

BMW 6er Seitenansicht
 
Der Sechser zieht Blicke auf sich...
 

Das tut ihm aber keinen Abbruch. Er ist nicht weniger distinguiert als der Siebener, auf völlig andere Weise eben. Der Sportler-Bonus fährt stets mit: Man muss nur dem Sound lauschen – im Falle des V8 ist das ein tiefes wie gleichermaßen deutliches Brabbeln, das in der modernen Autowelt selten geworden ist. Nach innen gibt der Motor den kultiviert-säuselnden Partner, der, wenn es sein muss, auch kräftig an den Hinterrädern zerren kann.
Immerhin liegen bis zu 367 PS an, mit deren Hilfe der 650er innerhalb von 5,4 Sekunden auf 100 km/h beschleunigt und 250 Stundenkilometer rennt, bis die Elektronik ihm den Hahn zudreht.
Per ZF-Sechsgangautomatik übertrug die Maschine des Testwagens ihr Moment auf die Hinterachse. Die Box wechselt Übersetzungen spontan und schaltet manchmal entgegen der Fahrermeinung zu früh herunter, so dass etwas Nervosität aufkommt. Schließlich verfügt das Triebwerk über ordentliche Reserven auch im Drehzahlkeller. Dennoch ist der Achtzylinder trotz üppigen Hubraums (4,8 Liter) ein Drehzahlmotor, der höheren Touren nicht abgeneigt ist.

Dann wummert es vernehmlich unter der Haube, und die Passagiere werden in die Sessel gepresst. Schließlich kann der GT-Bolide nicht nur cruisen – was ihm aber gut zu Gesicht steht –, sondern auch mal dem einen oder anderen Spitzensportler folgen.
Auch in der Kurve? Nun, das Coupé lenkt sauber ein, der Volant liefert straffe Rückmeldung und ist direkt in der Grundauslegung. Ein Fliegengewicht ist dieser Münchener freilich nicht; dennoch witscht er leichtfüßig durch Kehren, zuckt bei übertriebener Fahrt kurz mit dem Heck, das von der Stabilitätskontrolle flugs wieder eingefangen wird.
Befinden sich die elektrischen Drehstabilisatoren an Bord, neigt sich das Coupé kaum zur Seite, was es zwar einfacher beherrschbar macht, aber zur forcierten Gangart animiert. Aus diesem Grunde verhindert das Fahrwerk seitliches Wanken nicht völlig, so dass sich der Grenzbereich immer noch früh genug ankündigt. Was schwer nach Raubein klingt, ist in Wirklichkeit halb so wild.

Denn der 6er kann auch federn, bügelt lange Wellen gründlich aus, lässt aggressive Holperstrecken zwar an die Insassen heran, doch lediglich gefiltert. Ganz sanft kann es hier natürlich kaum zugehen, schließlich möchte auch die drahtig aufgelegte Klientel auf ihre Kosten kommen.
Das Interieur zeigt sich aufgeräumt – kein Wunder, iDrive macht schließlich die meisten Tasten überflüssig. Es ist das alte Spiel, man wird nicht müde kundzutun, was sich längst herumgesprochen hat: BMW-Neulinge gewöhnen sich schnell an die weitgehend logische Menüführung des gut in der Hand liegenden Drehknopfes auf der Mittelkonsole, allerdings brauchen manche Funktionen länger, bis sie ausgeführt werden können. Beispielsweise würde eine sofort erreichbare Zahlentastatur zur direkten Senderspeicher-Anwahl nicht schaden.
Ansonsten bürgt die Stube für Wohlfühl-Stimmung. Komfortable Sitze machen lange Strecken zum Spaziergang, Platzmangel ist ein Fremdwort – jedenfalls vorn. Hinten einsteigende Mitfahrer sollten vorher ein wachsames Auge auf den Streckenplan werfen, denn das Coupé ist ein ausgeprägter 2+2-Sitzer.

BMW 6er V8 Motorraum, 367 PS
 
Kraftpaket mit Durst: Der V8 leistet 367 PS
 

Ebenfalls keine Überraschungen birgt das Preiskapitel. Exklusive Automobile fordern auch bei den Kosten ihren Tribut: So muss der Kunde mindestens 79.299 Euro an seinen Händler überweisen, um in den Genuss eines 650i Coupé Automatik zu kommen.
ABS, sechs Airbags, Bordcomputer, elektrische Fensterheber, elektronisches Stabilitätsprogramm, Klimaautomatik, Lederpolster, Leichtmetallräder, Radio mit CD-Player und RDS, Regensensor, elektrisch beheiz- und verstellbare Sitze, Xenonlicht und Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung sind hier Selbstverständlichkeiten. Extra kosten Head-Up-Display (1.333 Euro), Nachtsichtgerät (2.000 Euro), Navigationssystem (3.231 Euro), Parksensor (800 Euro), Radartempomat (1.846 Euro), schlüsselloses Schließsystem (1.077 Euro), Servoschließung (410 Euro) und Wankausgleich (2.667 Euro).
Auch beim Spritkonsum verlangt der 650i nach einem gut gefüllten Portemonnaie: Werte unter zehn Liter SuperPlus pro 100 km Strecke sind nahezu unerreichbar, bei zügiger Gangart sind 13 Liter realistisch.

Fazit: Der BMW 650i gehört zu den Traumautos des Landes, keine Frage. Mit dem Coupé kommt man schnell und komfortabel vom Flecken; der Bolide bietet hohe Fahrleistungen und viel Luxus, kostet aber demnach eine ganze Stange Geld. Seiner Beliebtheit jedenfalls tut das keinen Abbruch.

 



Neu im Mag
spacer spacer spacer spacer spacer spacer spacer

Diesel +

Mittelklasse oder eher kompakt? Der Mitsubishi Lancer Sportback jedenfalls besitzt Allround... >>MEHR
Mitsubishi Lancer Sportback Front-Ansicht
spacer

Die Kombi
machts

Wer hat Angst vorm Sechszylinder? Skoda Superb V6-Fahrer jedenfalls... >>MEHR
Skoda Superb Combi Front-Ansicht
spacer

Anti-
Mainstream

Kompaktklasse muss nicht immer Mainstream und schon gar nicht langweilig... >>MEHR

 

Renault Mégane Coupé Front-Ansicht
spacer
Power-Öko
Der Jaguar XF mimt Businessklasse im feinen Blechkleid. Keine Spur zwar... >>MEHR
Jaguar XF 2012, Front-Ansicht
spacer spacer spacer spacer spacer spacer spacer
spacer
spacer
spacer spacer
spacer

Aktuelle Nachrichten, neues vom Genfer Automobilsalon, der Detroit Autoshow, und Berichte aus Auto, Motor, Technik, Umwelt, Mode, Trend, Lifestyle, Queer und Gay. Im Online-Artikelarchiv auch kostenlos recherchierbar. Dazu News, Fahrberichte, Tests, Videos, Bilder, Termine und exklusive Interviews aus allen Bereichen des Autos von der DRIVERSNET-Redaktion.


FAHRBERICHTE & TESTS
| TECHNIK | ALTERNATIVE ANTRIEBE | GAY TREND & LIFESTYLE | VIDEOS | ALLE AUTO-TESTS

 
SENFKOMM Medien