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jung und dynamisch fährt der 5er vor |
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Bavaria-Express
Der BMW
530d ist eine feine, schnelle und leise Business-Limousine
für gehobene Ansprüche. Die aktuelle Ausführung
verfügt serienmäßig über einen Rußpartikelfilter
und erfüllt selbstverständlich die Euro 4 Norm.
Mehr im folgenden Autotipp.
Für so manche BMW-Kunden und -Nichtkunden muss
das Abendland kurz vorm Untergang gestanden haben. Erst erschütterte
das 7er-Design-Debakel die Autowelt, dann folgte der Fünfer
mit ähnlicher Botschaft, wenn auch in abgeschwächter
Form. Für die Lästermäuler jedenfalls Nahrung
genug, um sich lustig zu machen, und aus der einen oder anderen
Ecke wurden auch drastisch ablehnende Stimmen laut.
Doch gut zwei Jahre nach Markteinführung sieht die Welt
schon wieder ganz anders aus. Die Gemüter, die sich bei
Veränderungen ganz gleich, ob positiv oder negativ
schnell erhitzen, haben sich wieder beruhigt, und auch
die KBA-Statistik bescheinigt der Münchener oberen Mittelklasse
ansehnliche Zahlen; demnach liegt sie in Sachen Verkaufserfolg
auf dem Level ihrer wichtigsten Konkurrenten aus Stuttgart
und Ingolstadt.
Vielleicht haben nun auch die Begeisterten zugeschlagen, denen
man es bis dato nicht recht machen konnte mit dem spießigen
Auftritt großer Limousinen. Denn Spießigkeit kann
man dem Fünfer nun wahrlich nicht nachsagen.
Wer eine modern-stylisch daherkommende
Limousine mit progressiver und dynamischer Linienführung
sucht, wird an dem Bayern schwer vorbeikommen. Klar, messerscharf
konturiert und mit schweren, solide wirkenden Flanken geht
er auf Kundenfang, spaltet die Nation in zwei Teile
der eine liebt ihn, der andere kann ihn nicht ausstehen.
Dabei ist auch der aktuelle 5er ein waschechter BMW, das zeigt
der direkte Vergleich mit dem Vorgänger-Modell, welcher
eine frappierende Ähnlichkeit zwischen alter und neuer
Ausgabe offenbart.
Noch mehr Gewöhnung einmal ganz sachlich betrachtet
erfordert das Interieur. Ganz im Sinne der Optik operiert
man hier mit iDrive zum Erscheinungsbild des aufgeräumten,
nur auf wenige Schalter für die Grundfunktionen reduzierten
Cockpits passt es jedenfalls. Die Bedienung gelingt dank selbsterklärendem
Menü-System auf Anhieb, nur manchmal etwas umständlich.
Denn selbst, wer verstanden hat, wie er in das Menü beispielsweise
für die Klimatisierung gelangt, braucht recht viel Zeit,
um Einstellungen vorzunehmen.
Eine Wohlfühl-Oase ist dieser Innenraum dennoch. Man
sitzt auf den straffen Sitzen als seien sie maßgeschneidert,
die Armaturen machen einen hochwertigen Eindruck, alles wirkt
stramm und knackig wie aus einem Guss.
Passend dazu präsentiert sich das Fahrgefühl; der
530d ist ein besonders aktives Auto in dieser für
die Motorenwerke inzwischen selbstverständlichen Disziplin
hat man mit der aktuellen 5er-Generation wieder eine neue
Marke gesetzt.
Das manifestiert sich nicht zuletzt in einer Lenkung, deren
Präzision ihresgleichen sucht. So avanciert der Volant
mit dickem, griffsympathischen Kranz zur Steuereinheit für
das gerade gewünschte Maß an Dynamik auf kurvenreichen
Landstrassen, die der große BMW so lässig nimmt
wie James Bond seinen geschüttelten Wodka-Martini. Nur
auf extreme Querbeschleunigung reagieren die Reifen mit ausgeprägtem
Quietschen, doch so weit wagt sich der übliche Fahrer
einer oberen Mittelklasse erwartungsgemäß nicht
in das Reich der hohen Fahrakrobatik vor.
Schnelle Autobahntempi eine gänzlich andere Welt
absolviert der 530d mit stoischem Geradeauslauf, in
diesem Punkt kommt dann die Hauptklientel auf ihre Kosten,
die große Etappen rasch überwinden möchte.
Und da spielt denn auch der weich laufende 3,0-Liter-Reihensechszylinder
mit, dessen Herkunft aus dem Diesel-Lager er nur bei bewusstem
Hinhören verrät. Unter voller Last schnarrt der
Sechser munter los und versetzt den 1,7-Tonner mit Vehemenz
in Fahrt sowas hieß früher Sportwagen-Fahrleistung,
knapp unter sieben Sekunden vergehen bis 100 km/h, und bei
satten 248 Stundenkilometern geht ihm erst die Puste aus.
Dabei flutscht dieses Triebwerk so freudig durch das Drehzahlband
wie ein rassiger Benziner. Dass ein Selbstzünder ausschließlich
als zweckmäßiger Sparer angesehen werden kann,
widerlegt dieses Aggregat höchst eindrucksvoll.
Der Testwagen verfügte über die bekannte ZF-Sechsgangautomatik
ein Getriebe, das sich durch weiche wie spontane Übersetzungswechsel
auszeichnet. Da wirkt die erfreuliche Nachricht, dass der
530d sich bei moderater Fahrt mit runden acht Litern zufrieden
gibt, allenfalls wie ein zusätzlicher Bonus-Punkt. Nur,
wer einen äußerst forschen Fahrstil pflegt, wird
es schaffen, die Verbrauchswerte in den zweistelligen Bereich
zu befördern.
Dafür sollte der potenzielle Interessent über ein
ordentliches Bankkonto für die Anschaffung verfügen,
denn mit Automatikgetriebe kostet ein grundausgestatteter
530d ganze 45.150 Euro.
Allerdings rollt die Basis alles andere als ärmlich vom
Band. Serienmäßig vorhanden sind Front- und Seitenairbags
für Fahrer und Beifahrer, Kopfairbags vorn und hinten,
Antiblockiersystem, Bordcomputer, elektronisches Stabilitätsprogramm,
elektrische Fensterheber vorn und hinten, Klimaautomatik,
Leichtmetallräder, Radioanlage mit CD und RDS, Regensensor,
elektrische Sitzlehnen- und Sitzhöhenverstellung, Tempomat
sowie Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung.
Viel Platz für Individualisierung garantiert eine lange
Liste mit Sonderausstattungen. Zu den wichtigsten Positionen
gehören Lederpolster inklusive Sitzheizung für 2.210
Euro, Metallic-Lack (900 Euro), das DVD-Navigationssystem
für 3.150 Euro sowie das 1.010 Euro kostende Xenonlicht.
Relativiert wird der zunächst hoch erscheinende Listenpreis
durch einen geringen Wertverlust.
Fazit: Der BMW 530d ist
eine komfortable Reiselimousine mit viel Platz und Luxus.
Die Fahrleistungen bewegen sich auf einem hohen Niveau und
decken Bereiche ab, die in der Praxis selten gefragt sein
dürften. Der hohe Anschaffungspreis ist angesichts des
Gebotenen durchaus akzeptabel und kann dank großer Wertstabilität
verschmerzt werden. Vorbildlich außerdem: Ein Partikelfilter
wird ab Werk geliefert; die Abgasnorm erfüllt freilich
die Euro 4-Stufe.
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