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Fahrberichte & Tests
 
Audi TT Front
Auch nach Jahren noch frisch: TT-Front
 
 

TT-Aktie

Der TT ist so etwas wie ein Dauerbrenner im bezahlbaren Sportwagen-Bereich. Zwar wird das zweifellos angegraute Coupé nicht mehr in Massen verkauft, doch es stellt ein solides Stück Audi-Qualität mit Fun-Charakter dar. Im folgenden Autotipp die Version mit 1,8-Liter Turbomotor und 225 PS.

Für die aufstrebende und erfolgreiche Jugend bietet er auch heute noch einen akzeptablen Einstieg in die automobile Spaßwelt: Der TT. Mit 27.700 Euro Grundpreis dürfte seine Leasingrate gerade noch erträglich sein – für Singles sowieso. So sieht Lifestyle in der Moderne aus. Dann wird das Coupé von einem 150 PS starken Vierzylinder mit 1,8-Liter Hubraum und Turboaufladung angetrieben.
Nun, der Testwagen verfügte über einen ähnlichen Antrieb mit den gleichen Eckdaten. Dessen Leistung indessen betrug ganze 225 Pferdestärken – erreicht durch kraftspendende Maßnahmen an Turbolader und Motormanagement. Damit avanciert der in dieser Form ausschließlich als Quattro und mit Sechsganggetriebe erhältliche TT zum Sportwagentraum für den kleinen Mann, denn der stärkste Vierzylinder verleiht dem kleinen Audi schon recht attraktive Fahrleistungen.
So liegt er in der reinen Vertikalbeschleunigung ungefähr auf Augenhöhe mit dem stärksten Modellvertreter, dem 3,2-Liter Sechszylinder mit stattlichen 250 PS, nicht aber in Sound und Charakter.

Audi TT Innenraum
 
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Wer aber eine Runde dreht, wird trotzdem zufrieden sein. Nach dem kleinen Durchhänger aus der Standgasdrehzahl legt sich der Vierer mächtig ins Zeug und reißt das 1,5-Tonnen-Gefährt gar bissig nach vorn. Dabei krallen sich sämtliche Räder in den Asphalt fest, so dass es auch bei Nässe stets mit voller Traktion in Fahrt geht. Das ist schon ein sicheres Gefühl – wo kräftige Fronttriebler schonmal hilflos scharren, fährt dieser Audi ungeachtet der Gaspedalstellung an als benutze man Spikes.
Dann dreht der 1,8er willig und leichtfüßig bis in den Begrenzer und entwickelt dabei eine kernige Melodie, welche durchaus Laune macht.
Zweihundert werden spielend erreicht, wenn Platz vorhanden ist, auch 250 km/h laut Tacho; dieses Coupé ist ein Strassenmacho erster Klasse.
Landstrassen mit Wechselkurven bringen ihn ebenso wenig aus der Ruhe. Mit hoher Gelassenheit nimmt der Allradler Biegungen und bleibt naturgemäß weitgehend neutral. Wer ihn aus der Contenance bringen will, muss schon schlechte Fahrmanieren an den Tag legen, und zwar deutlich über das strassenübliche Maß hinaus – erst dann wird das serienmäßige elektronische Stabilitätsprogramm als Rettungsanker aktiv.

So kompromisslos drahtig sich das Fahrverhalten gestaltet, genau so sportiv geht es auch innen zu. Verschwenderischer Raum zählt der TT zu jenen Luxusartikeln, die im puristischen Zweitürer nichts zu suchen haben. Demnach sitzt er vorn wie ein Maßanzug, während Fondpassagiere leiden müssen. Natürlich, die zweite Reihe hat allenfalls Notsitz-Charakter, das muss man wissen. Umso erfreulicher, dass die vorderen Sessel angenehm straff gepolstert sind und auch für längere Strecken taugen, den Fahrgast aber bei schneller Kurvenfahrt ebenso gut im Griff haben wie sie komfortabel sind.
Nur das Nötigste, diesen Tenor vermittelt denn auch die Designsprache. Eine Metall-glänzende Klappe mit TT-Schriftzug versteht es, das Cockpit auch ja aufgeräumt zu halten, indem sie die Mini-Tastatur des Radios versteckt.
Ansonsten waltet die Liebe zum Detail – das zeigen die runden, in silber gehaltenen Luftausströmer wie große, nostalgisch anmutende Knöpfe für Sitzheizung, Warnblinker & Co.
Klare Linien dominieren die Atmosphäre, alles wirkt ein bisschen kühl, aber auch praktisch. So besticht das Kombiinstrument durch gute Ablesbarkeit, die wenigen Schalter, die es gibt, liegen gut zur Hand.

Im Gegenzug erweist sich das äußere Styling als unpraktisch. Jene schlitzartigen Gebilde namens Seitenscheiben sehen hübsch aus, schränken aber die Sicht nach außen ein; ähnlich lautet der Klageschrei gebeutelter Rückwärtsfahrer, welche besser auf die Seitenspiegel ausweichen.
Dennoch ist der TT ein handliches Auto, das mit guten vier Metern Länge problemlos durch die City und über die Flaniermeile geführt werden kann. Der forcierten Gangart kommt denn die straffe und höchst exakte Lenkung entgegen. So läuft der Ingolstädter ohne nennenswerte Korrekturen geradeaus, auch bei hohem Autobahn-Tempo.
So gesehen kann auch die Urlaubsfahrt ruhigen Gewissens angegangen werden, denn immerhin: Der Kofferraum fasst mit 220 Litern zwar weniger als das Gepäckabteil der frontgetriebenen Versionen, aber zwei Personen sollten damit auskommen, zumal die Rücksitze auf der Langstrecke auch als Ablagefläche genutzt werden können.

Ein weiterer Pluspunkt bei Autobahnfahrten: Ruhiges Tempomat-Cruisen verlangt dem Geldbeutel eine nur mäßige Belastung ab, denn dann reichen neun Liter Kraftstoff durchaus für einhundert Kilometer Strecke.
Beim Grundpreis sieht es anders aus, hier fordert der zweitstärkste TT seinen Tribut. Ordentliche 36.400 werden demnach fällig. Darin enthalten sind Front, Kopf- und Seitenairbags, Antiblockiersystem und das elektronische Stabilitätsprogramm. Daneben verfügt das Coupé über Bordcomputer, elektrische Fensterheber, Klimaautomatik, Leder-Alcantara-Sitze, Leichtmetallräder, Sitzheizung sowie Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung. Extra hingegen kosten ein Navigationssystem (1.360 Euro), eine Radioanlage (ab 510 Euro), Tempomat (305 Euro) und Xenonlicht (750 Euro). Trotz langer Optionen-Liste rollt der Sportflitzer schon recht ansehnlich ausgestattet vom Band, so dass man über den Basispreis kaum meckern kann. Das muss man der Marke, die nicht eben für niedrige Preise bekannt ist, zugute halten

Fazit: Der TT ist ein Klassiker unter den preiswerteren Sportwagen, keine Frage. So präsentiert sich das schicke Coupé bestens ausgereift mit hervorragender Verarbeitung. Mit der starken 1,8-Liter-Version ist man zweifellos schnell unterwegs, und der Quattroantrieb sorgt für beste Traktion. Sein Preis ist angesichts des Gegenwertes adäquat.



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