Downsizing geht auch ohne die Zylinderzahl zu reduzieren – Audi macht es mit den neuen Angeboten S6, S7 und S8 vor. Vier Liter Hubraum, acht Töpfe, viel Leistung (420 respektive 520 PS) und Sound, aber ein zweistelliger Verbrauchswert, damit das Umweltgewissen nicht über Gebühr belastet wird, sorgen für höchste Faszination. Im Folgenden ein kurzer Überblick.
as wären die Audi-Modelle ohne den krönenden Abschluss mit den S-Varianten? Im Vergleich zu den kompromisslosen RS-Ausführungen kommen diese nämlich im fast zivilen Kleid (von leichten Akzenten abgesehen) und erfreuen durch unaufdringliche Eleganz gepaart mit veritabler Performance, die allerdings eher im Verborgenen blüht. Ganz im Sinne der Tradition tragen auch die neuen S-Anhänger vier dezente, aber deutlich sichtbare Endrohre, um ihren Stand zu markieren. Nun bringen die Ingolstädter eine neue Generation der gehobenen S-Abteilung heraus, welche im Zuge der Entwicklung freilich nicht ungeschoren davonkommt. Mehr noch: Sie ist dem Hersteller gar eine völlige Motor-Neuentwicklung wert – Downsizing ist das Stichwort. Acht Töpfe gönnt Audi den großen S-Vertretern dann aber doch, während S4 wie S5 längst auf sechs Zylinder heruntergeschraubt wurden. Immerhin trugen die Vorgänger-S6/S8 einen 5,2 Liter großen Sauger-V10 mit bis 435 (S6) respektive 450 PS im S8. Müssen sich künftige S6- und S7-Kunden auf 420 Pferdchen einstellen, wird der neue Oberklässler S8 die Pneus mit satten 520 PS überfallen. Da in diesen Sphären ohne Quattro nichts geht, kommt erst gar kein Traktionsproblem auf.
Traktion ist auch bei den 100 PS schwächeren Ausgaben ein gewaltiges Thema – denn das Drehmoment stieg im Vergleich zum abgelösten Businessklässler zwar nur moderat von 540 auf 550 Nm, wird angesichts einer großen Bandbreite (1.400 bis 5.300 Touren) indes auf einem riesigen Plateau dargeboten. Die Oberklasse-Offerte wuchtet sogar 650 Nm in den Antriebsstrang – zwischen 1.700 und 5.500 Kurbelwellenrotationen steht es bereit, da geht bei vielen Aggregaten schon der Begrenzer in Stellung. Dabei schrumpfte der Hubraum auf fast schon magere vier Liter zusammen, so dass der Begriff "Downsizing" voll zur Geltung kommt. Zwei mächtige Turbolader mit Twinscroll-Technik pumpen dem kettengetriebenen V8 Leben ein, welches an der Ampel prompt erlischt: Eine obligatorische Start-Stopp-Automatik optimiert den Kraftstoffverbrauch, indem sie ihn gänzlich kappt bei Nichterfordernis. Darüber hinaus verfügt die Maschine über Zylinderabschaltung; im Teillast-Bereich verabschieden sich zwei Töpfe pro Bank, was zu einer erheblichen Benzinersparnis führt – schön zu wissen selbst in einer Preisklasse, da es vielleicht nicht auf jeden Tropfen ankommt. Dafür kommt es umso mehr auf den Charakter an – was also kaufen: S6, S7 oder womöglich doch S8?
Nicht zuletzt beim Getriebe scheiden sich die Geister; die beiden 420 PS-Kandidaten schicken ihre Power an ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe – beim ausladenden Oberklässler überträgt die wohlbekannte und betont sanft operierende Achtgang-Wandlerautomatik das Moment. Freilich verfügen sämtliche Top-Versionen serienmäßig über die variable Luftfederung – jedoch wählten die Ingenieure eine straffere Abstimmung als bei den moderater ausfallenden Brüdern. Dazu passen denn auch üppig konturierte Sportsitze – beim S8 handelt es sich um speziell für das Modell entwickelte Fauteuils mit einer Vielzahl an elektrischen Verstellmöglichkeiten. Durch die Bank werden übrigens innovationsträchtige Features angeboten von anspruchsvollen Assistenzsystemen über Komfortmerkmale wie Massagesitze oder Tempomat mit Stop & Go-Funktion bis hin zu LED-Scheinwerfern. Viele Individualisierungsmöglichkeiten auch bezüglich Lack und Polster erlauben dem Interessenten, seinem Fahrzeug eine persönliche Note zu verpassen. Ein bisschen Geduld ist aber noch erforderlich – so lange darf und muss Prospektmaterial den Appetitanreger machen. Im Frühjahr 2012 starten die drahtigen Oberbayern in den Verkauf – Erfolg ist jetzt schon vorprogrammiert.
Fazit: Die gehobenen Audi S-Modelle glänzen mit dezenter Optik und tiefer Performance; viele Innovationen sollten dem Kundeninteresse förderlich sein. Herzstück ist ohne Frage das komplett neuentwickelte Vierliter-V8-Triebwerk. Es ist außerdem der beste Beweis dafür, dass Downsizing mächtig Spaß machen kann.