V8-Fans aufgepasst: Auch beim S5-Coupé ist – analog zum Cabrio – mit baldiger Ablösung des 4,2-Liters durch den Kompressor-V6 zu rechnen. Dieser muss sich in puncto Performance zwar auch nicht gerade verstecken, aber die Ohren essen schließlich mit, und angesichts acht Zylinder wird die einschlägige Klienentel hellhörig. Also schnell zum nächsten Audi-Partner!
mtlich ist es noch lange nicht: Mit der taufrischen Preisliste von Juli, in der auch schon der A5 Sportback auftaucht, können sich Liebhaber der Achtzylinder-Kultur überzeugen. Jawohl, das S5 Coupé trägt den geliebten 4,2-Liter. Ohne Schnickschnack, ohne Aufladung – einfach nur ordentlich Hubraum auf acht Töpfe verteilt mit einem Sound zum süchtig werden. Der V8 muss nach dem Start nur kurz hochdrehen, um eine deutliche Botschaft in die Fahrgastzelle zu senden. Klar stehen die entsprechenden Techniker im Verdacht, sämtliche Komponenten wie Ansaugtrakt und Auspuff auf Akustik getrimmt zu haben – aber das Grundlayout muss freilich stimmen. Mit der (inzwischen zwar etwas abgeflauten) CO2-Diskussion könnten derartigen Perlen des Motorenbaus seltener werden, obwohl der S5 bei moderatem Umgang mit dem Gaspedal alles andere als gefräßig durch die Landschaft rollt. Mit Tempomat und knapp unter Richtgeschwindigkeit kommt das 354 PS starke Coupé auf unter neun Liter pro 100 Kilometer – fast schon eine kleine Sensation. In der Zukunft ist sicher noch mehr Sparpotenzial drin, um selbst größeren Benzinern den Durst zu nehmen. Klare Sache – das rechte Pedal gibt den Ton (und auch den Verbrauch) an.
Andererseits lassen sich auch kleinvolumige Turbos Beschleunigungsorgien kräftig bezahlen. Der Direkteinspritzer im S5 kommt ganz ohne Fremdbeatmung aus und holt seine 440 Nm Drehmoment aus der schieren Brennraumgröße. Dann noch ein Hightech-Saugrohr mit steuerbarer Länge – so sieht nahezu perfekter Motorenbau aus. Also los, schnell mal ausprobieren. Triebwerk an, im Falle des Testwagens Fahrstufe D rein – der S5 kriecht los und reagiert druckvoll auf Gaspedal-Befehle. Das Papier bescheinigt dem V8 schon knapp oberhalb der Standgas-Drehzahl nahezu volle Zugkraft; bei 3.500 Touren erreicht sie ihren Zenit, um dann wieder stetig auf 350 Nm abzufallen. So viel zur Theorie. In der Praxis gibt das edel-sportliche Coupé ganz den Gentlemen mit – falls gewünscht – mächtiger Beschleunigung. Keine Spur jedoch von brutaler Gewalt, stattdessen dreht sich der Vierventiler sanft und mit starkem V8-Akzent durch die Fahrstufen, die übrigens ruckfrei gewechselt werden. Bei Kickdownbetätigung stemmt er sich grimmig gegen den Wind und treibt die Tachonadel gen 250 km/h – da oben agiert er dann nicht mehr ganz so vehement. Unten spielt Kollege Quattro seinen Trumpf aus, denn während so mancher Hecktriebler dieser Leistungsklasse bei einem Hauch von Feuchtigkeit wild mit den Rädern scharrt, stürmt dieser Audi unbeeindruckt los.
Dafür beeindruckt er seine Klientel mit gut sichtbaren Muscle-Car-Anklängen. Athletisch-konturierte Flanken bekunden einen perfekten Trainingszustand, und das hintere Fenster erinnert mit seinem spitz zulaufenden Layout an Charger, Challenger und Co. – die Sechzigerjahre lassen grüßen. Dass der Kunde das vorläufige Topmodell der Baureihe eingekauft hat, sieht man indessen nicht auf den ersten Blick. Kenner identifizieren es jedoch am erweiterten Chromschmuck auf dem Kühlergrill und beispielsweise an den etwas potenteren Schwellern. Das Heck baggert mit dezenter Vierrohr-Anlage, dessen Endstücke aber akkurat in den Stoßfänger integriert wurden. Außerdem präsentiert sich die Abschlusskante des Heckdeckels etwas prägnanter und als Krönung gibt es Außenspiegel in matter Alu-Variante. Auch den Insassen macht Audi klar, dass sie in einem besonderen Fahrzeug weilen. Der Fahrer sieht das zum Beispiel an den in sportlichem Grau hinterlegten Instrumenten; zudem lacht das S-Logo die menschliche Fracht quasi aus jedem Blickwinkel an, so dass unbedarfte Mitfahrer zumindest ahnen, worin sie herumkutschiert werden, wenn der Steuermann es nicht gerade krachen lässt. Und der Zweitürer animiert gar nicht unbedingt dazu.
Bei zivilen Tempi kann man sich endlich auf das markenbekannte, technisch-sterile Interieur konzentrieren und die Platzverhältnisse einmal genau unter die Lupe nehmen. Vorn zumindest ist alles im grünen Bereich, die Sitzmöbel schmeicheln den vier Buchstaben selbst bei hoher Kilometerleistung am Stück. Man fühlt sich kräftig in die Zange genommen von den stark ausgeformten Wangen und gleichermaßen samtig aufgehoben. Also nicht abschrecken lassen von den integrierten Kopfstützen – was aussieht wie ein Rennsitz, erweist sich im praktischen Umgang als recht kommod. Das gilt übrigens auch für die per Knopfdruck verstellbare Dämpfung (1.135 Euro Aufpreis) mit extra sportlicher Ausrichtung bei der S-Ausführung; klar zählt dieser Ingolstädter zu den straffen im Lande, was sich bei schneller Kurvenfahrt indes auszahlt. Trotz schwerer Maschine auf der Vorderachse rauscht er mit wenig Seitenneigung durch die Kehren und ist nur schwer aus der Fassung zu bringen (der Allradantrieb trägt dazu natürlich seinen Teil bei). Dennoch verdaut er lange Wellen auf Fernstraßen recht gut und federt angemessen. Kopfsteinpflaster teilt er natürlich mit, dafür sorgt schon der unausweichliche Niederquerschnitt – wie war das noch? Wenn schöne Menschen leiden müssen, gilt das auch für die Besitzer schöner Autos. Erst recht, wenn die Rechnung kommt.
Scherz beiseite, für 57.600 Euro gehören S5-Besitzer garantiert zu den glücklichen Autofahrern. Wer nicht mehr selbst schalten möchte, lege noch 2.450 Euro drauf für einen Wandlerautomaten mit sechs Fahrstufen. Für das Geld gibt es jede Menge Komfort und Sicherheit: Antiblockiersystem, Front-, Kopf- sowie Seitenairbags, Bordcomputer, elektronische Differenzialsperre (simuliert durch Bremseingriffe), elektrische Fensterheber, Klimaautomatik, Leichtmetallräder, Multifunktions-Lederlenkrad, Radio, elektrisch verstellbare Sitze, elektronisches Stabilitätsprogramm, Bi-Xenonscheinwerfer und Zentralverriegelung inklusive Funkfernbedienung.
Klarer Fall – die Ausstattungsliste ist lang und hält Dinge wie Kurvenlicht (350 Euro), Lederpolster (bis zu 5.700 Euro), Navigationssystem (ab 2.100 Euro), elektrisches Panorama-Dach (1.130 Euro), Parkhilfe (bis zu 1.230 Euro), Radartempomat (1.290 Euro), Regensensor (125 Euro) oder Standheizung (1.385 Euro) bereit. Zu den richtigen Technik-Highlights gehört definitiv die Dynamiklenkung mit variablem Lenkwinkel.
Fazit: Die A5-Reihe besticht schon allein mit ihren optischen Reizen. Kommt jetzt noch der 4,2-Liter-V8 ins Spiel, dann wird aus dem Package namens S5 eine verdammt heiße Offerte. Nicht weniger als tollen Sound, satte Fahrleistungen und eine ordentliche Portion Luxus erwarten den Eigner dieses Audi. Herzlichen Glückwunsch.