Seit einiger Zeit gibt es im Audi-Konfigurator auch einen A-Vertreter mit der Nummer Sieben. Aber welcher Kategorie gehört diese Sportback-Linie an? Es riecht so ein bisschen nach Oberklasse jedenfalls, aber wo bleiben die Achtzylinder? Derzeit sieht das Modellprogramm noch etwas mager aus, aber das muss ja nicht so bleiben. Im Folgenden ein paar Informationen über den interessanten Viertürer mit Coupé-Charakter.
ines steht schon von Beginn an fest: Wer einen A7-Vertrag unterschreibt, lebt das Thema Auto höchst emotional. Schließlich gibt es Modelle mit weitaus mehr Nüchternheit. Irgendwie ungewohnt, die Sieben im Audi-Programm. Was für ein Fahrzeug ist denn dieser sonderbare Neuling? Okay, neu ist das Thema nicht mehr: Vier Türen, viel Coupé-Flair, flache Silhouette und stattliche Länge – das klingt schwer nach Mercedes CLS. Diesmal aber sind die Bayern am Zuge, die auf elegante Weise eine Oberklasse-Limousine platzieren, über deren Einstufung man sich streiten könnte. Ist es wirklich automobiles Oberhaus? Der Weg jedenfalls weist in diese Richtung. Mit fast fünf Metern Außenlänge gibt der jüngste Audi ein klares Statement ab. Und das Triebwerksangebot? Derzeit beinhaltet die Liste ausschließlich Sechszylinder – von 204 bis 300 PS reicht die Leistungsabdeckung. Nun bleibt spannend, ob sich sich auch noch V8-Maschinen dazugesellen werden. Der Volumenmotor wird hierzulande wohl der 3,0 TDI, der in zwei Leistungsstufen erhältlich ist und mit 245 Pferdchen in der stärkeren Version etwas zugelegt hat. Geschaltet wird stets automatisch – entweder gelangt die Kraft per Doppelkupplungsgetriebe mit sieben Fahrstufen an alle vier Räder, oder es gibt ein stufenloses CVT-Getriebe. Letzteres kommt bei den Fronttrieblern zum Einsatz.
Wie sieht es mit Neuheiten aus? Nun, es gibt LED-Scheinwerfer auf Wunsch, ein Headup-Display und einen Nachtsicht-Assistenten. Der Radartempomat wurde verfeinert und zieht jetzt auch Informationen von den Parksensoren, der Videokamera und dem Navigationssystem für seine Arbeit heran. Auch das vorbeugende Sicherheitssystem, zuvor schon beim A8-Debüt vorgestellt, wandert in den A7. Ach ja, das Einparken darf der Fahrer demnächst getrost seinem Sportback überlassen, diese überaus praktische Funktion ist ja aus zahlreichen Volkswagen-Modellen bekannt und arbeitet ohne Tadel. Für sämtliche Portale gibt es künftig Servoschließung, die Türenknallen zum Auslaufmodell avancieren lässt. Eine gänzlich neu entwickelte elektro-mechanisch unterstützte Lenkung soll Bestwerte bei der Effizienz erzielen – die Verantwortlichen beziffern die Spritersparnis auf 0,3 Liter pro 100 km. Die grundsätzlich komfortable Dämpfer-Auslegung lässt auf einen anvisierten Langstreckeneinsatz schließen. Serienmäßig kommen Stahlfedern zum Einsatz, während der A7 auf Wunsch auch auf Luftpolstern steht. Dann sind drei verschiedene Höhenniveaus realisierbar, die sich je nach Tempo einstellen. So sorgt eine automatische Tieferlegung bei höheren Geschwindigkeiten freilich für eine Zügelung des Appetits.
Ganz billig ist das A7-Vergnügen natürlich nicht – Audi ruft satte 51.650 Euro für das 204 PS starke Benziner-Basis-Modell mit dem 2,8-Liter Sauger auf. Gar 58.100 Euro erfordert der kräftige 3,0 TDI, und nur 500 Euro teurer bieten die Bayern den derzeitigen Topliner 3,0 TFSI an – mit 300 Pferden aus drei Litern Hubraum samt Kompressor sicher kein unattraktives Modell. Die reichhaltige Grundausstattung erklärt den stattlichen Einstiegspreis, sind doch alle feinen Dinge bereits anwesend. Dazu zählen Klimaautomatik, eine elektrische Kofferraumklappe, Radioanlage, Regensensor, Tempomat und Xenonlicht. Rekuperation sowie das Start-Stop-System sind ebenso obligatorisch. Das umfangreiche Sicherheitsportfolio beinhaltet neben ABS, der vollen Airbagausstattung und der elektronischen Stabilitätskontrolle auch jenes vorbeugende "Pre Sense"-System, das im Falle eines nicht mehr zu verhindernden Crashs beispielsweise sämtliche Fenster schließt und die Gurte strafft. Dass der A7 ein Hingucker werden soll, offenbaren das ausgefallene Design, auf Wunsch potente 20-Zoll-Alus und gedeckte Farben. Das Spiel mit der LED-Technik sorgt ebenfalls für markante Akzente – besonders die Rückleuchten dürften in der Nacht für hohen Wiedererkennungswert sorgen.
Fazit: Der Audi A7 spricht vor allem die optischen Sinne an – so sollten designorientierte Menschen auf die als Sportback ausgelegte Nobel-Limousine rasch aufmerksam werden. Aber auch Technikfans werden keinesfalls im Stich gelassen, bringt der Neuling doch einige interessante Schmankerl mit. Spätestens ab dem Preiskapitel jedoch wird auch das eine oder andere lange Gesicht wahrzunehmen sein, aber immerhin: Die Basisausrüstung kann sich zeigen.