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Der
Audi A3. Wer bei Audi einsteigt und seine persönliche
Markenkarriere ganz unten beginnt, schlägt
hier zu. Mit 1,6 Litern Hubraum und 102 PS riecht
die automobile Welt schwer nach Nutzenfaktor.
Ein solides Stückchen Kraftwagen, das seinen
Dienst tut wer so etwas sucht, wird mit
der Basis glücklich. Am oberen Ende der Baureihe
findet sich eine Doppelspitze mit 250 (A3 3,2
Quattro) respektive 265 PS (S3). Beide Vertreter
sind durchtrainierte Athleten und sprechen eine
in bestimmter Hinsicht gleiche Zielgruppe an:
Ihre Kunden könnten größer, wenn
sie nur wollten. Sie wollen aber klein und wendig,
vor allem schnell und sportlich.
Doch die einen legen Wert auf Understatement,
während die anderen der Mitwelt gerne zeigen
möchten, wo der Hammer hängt. Erstere
greifen zur zivilen Spitzenversion des A3. Dessen
3,2 Liter großer V6 mit schmalem Zylinderwinkel
von 15 Grad treibt obligatorischerweise alle vier
Räder an, dreht geschmeidig hoch und trägt
Feuer in sich, das spielend einfach zu entfachen
ist ein kurzer Tritt aufs rechte Pedal
genügt völlig.
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| Audis
Navigation ist farbenfroh... |
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Dabei kommt dieser A3 von
außen so brav daher wie ein Bub auf Tante
Friedas siebzigsten Geburtstag in den Fünfzigerjahren.
Man könnte glatt denken, das dezent angebrachte
Doppelrohr diene allein der besseren Motor-Beatmung;
da verbietet sich jeglicher Verdacht auf Show-Gehabe.
In der Tat: Den Kavalierstart verhindert der weitgehend
schlupfvernichtende Quattroantrieb. Wer um ihn
trauert, wird spätestens am nächsten
Regentag entschädigt. Denn Traktionsprobleme
bekommt der PS-reiche Kompaktwagen nur bei Eisesglätte,
Splitt- und Schotter-trächtige Untergründe
bieten genug Abtrieb, um so manchem ballistischen
Großkaliber der Autowelt mühelos zu
entfleuchen. Unten ist es der Allrad, oben sagen
Hubraum und Drehmoment den Fahrwiderständen,
zu denen insbesondere bei hohen Geschwindigkeiten
die Luft gehört, den Kampf an. Bis 220 km/h
rennt die untere Mittelklasse im Handumdrehen;
um das freiwillig gewählte Limit von 250
Sachen zu erreichen, braucht es indessen Drehzahl.
Doch daran soll es nicht liegen: So schaltfaul
der V6 gefahren werden kann, so leichtfüßig
schnellt er an den Begrenzer heran.
Die exakt schaltbare Sechsgangbox entpuppt sich
dabei als angemessener Begleiter. Etwas schwergängig
zwar, aber umso präziser witscht der Knüppel
durch die Gassen so muss es sein, wenn
kurvenreiche Landstraßen auf der Route liegen.
Im äußersten Grenzbereich untersteuert
der Allradler leicht, davor allerdings liegt ein
breites Band neutraler Gangart. Als Rettungsanker
steht die Stabilitätskontrolle parat
bei trockener Fahrbahn jedoch dürfte sie
selten aktiv werden.
Eine straffe wie gleichermaßen direkte Servolenkung
begleitet das auf Wunsch hochdynamische Spiel
ohne Zicken, da ist die launische Federung von
anderem Kaliber: Spröde überrollt die
Kompaktklasse schlechte Wege dieser Umstand
ist offenbar der Preis für die ausgeprägten
Sportler-Qualitäten. Dafür taugen die
Sessel durchaus über längere Strecken.
Stramme Polster mit gut konturierten Wangen schließen
ordentlichen Sitzkomfort überraschenderweise
nicht aus. Wer aber eine Sänfte möchte,
ist hier sicherlich an der falschen Adresse.
Da spielt schon das maßgeschneiderte Raumgefühl
nicht mit: Dazu gehört auch, dass es im Fond
etwas enger zugeht. Wer den Durchgang in die zweite
Reihe wagt, darf immerhin mit genügend Beinfreiheit
rechnen.
Die vorderen Plätze sind zwar luftiger geschnitten,
aber keinesfalls verschwenderisch dimensioniert.
Doch keine Sorge, der durchschnittliche Mitteleuropäer
leidet keine Not im kleinsten Audi.
Er freut sich vielmehr über den wertigen
Qualitätseindruck und drahtigen Touch: Die
A3-Zelle versprüht den Charme jugendlicher
Dynamik, ohne an Konservatismus einzubüßen.
Akkurates Armaturen-Layout, sorgfältig platzierte
Schalter in der Mittelkonsole und klapperfreie
Verarbeitung repräsentieren einschlägige
Markenwerte. Übersichtliche Instrumente komplettieren
den positiven Eindruck. Größere Ablagen
wären wünschenswert sowie mehr Staufläche
für Kleinkram hier stehen deutsche
Hersteller gegenüber amerikanischen und französischen
Autobauern offensichtlich noch zurück.
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| Unauffällige
Erscheinung: Der A3 3,2 |
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Bleibt das Preiskapitel:
Ab 31.700 Euro gibt es den V6-A3. Serienmäßig
sind elektrisch verstellbare Außenspiegel,
Antiblockiersystem, Front-, Kopf- und Seitenairbags,
elektrische Fensterheber, elektronisches Stabilitätsprogramm
und Zentralverriegelung inklusive Funkfernbedienung.
Doch beim Grundpreis wird es vermutlich nicht
bleiben, denn wer will schon ohne Klimaanlage
und Radio durch die Gegend fahren? Weiterer Kostenpunkt:
Zusammen mindestens 1.950 Euro. Ein Navigationssystem
wäre auch sinnvoll kostet ab 1.590
Euro. Vielfahrer schätzen den Tempomaten
(250 Euro). Sicherheitsbewusste Autofahrer greifen
zum Parksensor (340 Euro) und bestellen Kurven-
(340 Euro) wie Xenonlicht (850 Euro). Aber auch
jene kommen zum Zug, welche den Luxus lieben:
Ledersitze (ab 1.350 Euro), Leichtmetallräder
(ab 450 Euro) oder Soundsystem (590 Euro)
kein Thema. Etwas Kleingeld übrigens sollten
insbesondere die Käufer des großvolumigen
Triebwerks für die Zeche an der Tankstelle
einplanen. Zwischen zehn und zwölf Liter
Super Plus pro 100 Kilometer sind realistisch,
doch der Fahrspaß rechtfertigt jeden Tropfen.
Fazit: Der
Audi A3 3,2 Quattro ist ein Understatement-Cruiser
für Genießer und sportlich ambitionierte
Autofahrer. Denn das Aggregat zeichnet sich nicht
nur durch seidigen Lauf aus, sondern bietet gleichermaßen
hohe Kraftreserven. Der Preis ist nicht ganz billig,
doch darf angesichts des Gebotenen als adäquat
bezeichnet werden.
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