Genfer Automobilsalon 2010: Neues Auto, alter Name: Der Alfa 147-Nachfolger heißt Giulietta, das steht seit kurzer Zeit fest. Da dürften sich die meisten Fans der Marke freuen, schließlich steht diese Bezeichnung im Lichte bester Tradition. Ein kleiner Vorgeschmack.
ier Jahrzehnte und zwei Modellgenerationen standen im Zeichen der Giulietta – die erste (Typ 750) debütierte Mitte der Fünfzigerjahre und sorgte rund zehn Jahre dafür, dass auch finanzschwächere Alfa-Fans ihrer Leidenschaft automobilen Ausdruck verleihen konnten in Form von Limousine, Coupé oder gar Cabrio. Ende der Siebzigerjahre führte Alfa Romeo den zur Legende gewordenen Namen erneut ein, bis die damalige Mittelklasse-Limousine mit Stufenheck (Typ 116) in den 80ern auslief – in einem Zeitumfeld, da die italienischen Marketingexperten lieber Zahlen nutzten, um ihre Fahrzeuge auseinanderzuhalten. Neues Jahrtausend, neues Jahrzehnt, frischer Wind: Alfa Romeo führt die Giulietta wieder ein. Frei nach dem Motto "alte Liebe rostet nicht" werden die glühenden Fans ab nächstem Jahr wieder frisch und nach hohen kulinarischen Künsten zubereitete Kost der Kompaktklasse genießen dürfen. Den ersten Fotos nach bekennt sich die Giulietta zur Verwandtschaft und gibt den großen Bruder des MiTo in perfekter Weise. Verwandtschaft lässt auch der Antrieb erkennen; so kommen selbstverständlich die taufrischen Multiair-Aggregate zum Einsatz, die nicht zuletzt mit Hilfe völlig unabhängig gesteuerter Einlassventile Kraftstoff einsparen.
Alfa gibt in wahren Sinne des Wortes richtig Gas auf allen Ebenen: Für die leistungsorientierten Kunden wird die Giulietta später auch in einer 235 PS starken QV-Version erhältlich sein. Übrigens sind sämtliche Triebwerke turboaufgeladen und erfüllen natürlich die Euro-5-Abgashürde. Start-Stopp-Technik ist ebenso serienmäßig wie die spezielle "D.N.A."-Fahrdynamik-Regelung, die je nach Einstellung Einfluss auf E-Gas, die elektronische Differenzialsperre sowie die Stabilitätskontrolle nimmt. Und sonst? LED-Technik – sonst ja Lancia-Spezialität – wird die Giulietta ebenfalls bieten, nämlich als Tagfahrlicht und in Form markanter Heckleuchten. Sicherheit soll beim künftigen Kompakt-Alfa ein großes Thema werden; schon bei der Entwicklung hatten die Ingenieure das Ziel voller fünf Sterne beim Euro-NCAP-Crashtest im Auge. Im kommenden März wird die neue, 4,35 Längenmeter messende untere Mittelklasse aus Mailand erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Bis dahin ist also noch etwas Geduld angesagt. Aber gerade die Vorfreude ist ja bekanntermaßen die schönste Freude. Zu den Preisen macht das Unternehmen derzeit noch keine Angaben.
Fazit: Die neue Giulietta besticht durch markantes Design und innovative Motoren; mit dem jüngsten Alfa dürfte viel frischer Wind in das heiß umkämpfte Segment der unteren Mittelklasse gepustet werden. Man darf gespannt sein.